Neues Offensiv-Trio für „Unsere Amateure“

Bindeglied, Schnittstelle, Brückenbauer. Oder offiziell: Assistenten für Vereinsentwicklung. Miriam Austrup (26 Jahre), Kathrin Vieth (24) und Pierre Nobbe (29) bilden die neue Dreierkette im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), die ab sofort in den Modellregionen Dortmund, Gelsenkirchen und Recklinghausen/Ahaus-Coesfeld in die Besuchsoffensive gehen.

In Kontakt treten mit den Vereinen heißt das primäre Ziel des Trios, das in den kommenden zwölf Monaten zahlreiche Besuche bei den Clubs vor Ort absolvieren wird. Und dabei den einen oder anderen Kilometer auf Westfalens Autobahnen, Bundes- und Landstraßen abspulen wird. Bei den Besuchen geht es um einen engeren Austausch zwischen Verband und Basis. „Meine Motivation ist es, die Kommunikation zwischen dem Verband und den Vereinen auszubauen, da ich das Gefühl habe, dass dort oft Probleme liegen. Ich hoffe, dass über mich kurze Wege entstehen und die Kommunikation so einfacher wird“, sagt Miriam Austrup, die im Kreis Dortmund den „Draht“ zu den Vereinen verbessern will (mehr zu Miriam Austrup).

Kathrin Vieth wäre hingegen in Dortmund fehl am Platz. Seit ihrer Kindheit ist die Gelsenkirchenerin Anhängerin des FC Schalke 04. Und dazu noch jahrelanges Mitglied und ehrenamtliche Mitarbeiterin ihres Heimatvereins SV Horst-Emscher 08. „Ich bin wirklich auf dem Sportplatz groß geworden. Samstags ging es zum S04, sonntags zum Amateurfußball“, lacht sie. Dementsprechend kurz – im wahrsten Sinne des Wortes – sind die Wege für die 24-Jährige zu den Nachbarvereinen im Kreis Gelsenkirchen. Auch sie will (Service-)Angebote und Leistungen des Verbandes bekannter machen, um somit Vereinen sofort bei Problemen und Nöten helfen zu können (mehr zu Kathrin Vieth).

Königsblau-gefärbte Fußball-Leidenschaft

Mit Kathrin Vieth teilt auch Pierre Nobbe die Leidenschaft für Königsblau. Der Politikwissenschaftsstudent ist als FLVW-Assistent für Vereinsentwicklung zukünftig in Recklinghausen und Ahaus-Coesfeld unterwegs, um die Clubs vor Ort zu unterstützen. Auch für ihn als gebürtigen Recklinghäuser: Ein Heimspiel. Der Reiz in seiner Aufgabe liegt für den 29-Jährigen in den unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen. „Im eher städtisch geprägten Kreis Recklinghausen stehen die Vereine vor anderen Problemen als die Clubs im ländlichen Kreis Ahaus/Coesfeld“ (mehr zu Pierre Nobbe).

Genau das sieht auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) so, der im Rahmen des „Masterplan Amateurfußball“ deutschlandweit das Projekt „Club2024 / DFB-Club-Berater“ pilotiert. Die neuen Assistenten für Vereinsentwicklung sollen die Clubs nach Möglichkeit so kennenlernen, dass sie sich deren unterschiedliche Probleme Bewusst werden. Wenn es möglich ist, sollen die Club-Berater erste Schritte im Sinne einer Sofort-Hilfe einleiten. Grundsätzlich aber passgenaue Empfehlungen für Angebote der Landesverbände bzw. des DFB geben. „Das setzt eine hohe Affinität zum Amateurfußball voraus, hohe Kommunikations- und Teamfähigkeit, Kenntnis von Verbandsstrukturen und eine gewissenhafte, selbstständige und zuverlässige Arbeitsweise. Das ist viel, das ist anspruchsvoll – aber das klappt“, ist der verantwortliche DFB-Vizepräsident Peter Frymuth von dem Projekt überzeugt. Und von der neuen westfälischen Dreierkette sowieso...