Was heißt denn hier „Alter“? Das Problem mit der Zielgruppe

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“, heißt eine geläufige Redensart. Tatsächlich: während ein Mensch auch mit 45 Jahren in seiner Beweglichkeit und Belastbarkeit schon sehr eingeschränkt sein kann, gibt es 85-jährige, die fröhlich Bergwanderungen unternehmen, Tanzen gehen oder mühelos Yoga üben.

Bewegung macht den Unterschied

Beweglichkeit kommt von Bewegung. Natürlich gibt es in Einzelfällen Folgen von Verletzungen, Krankheiten oder ungünstigen Anlagen, die die körperliche Fitness einschränken, im Allgemeinen gilt für den körperlichen Erhaltungszustand jedoch der alte Spruch „wer rastet, der rostet“.

Wirksam bis ins höchste Alter

Körperliche Defizite und damit verbundene Einschränkungen kann man aber nicht nur durch Untätigkeit, Stress und Fehlbelastung erwerben, man kann sie auch bis ins hohe Alter durch Bewegung ganz oder teilweise wieder ausgleichen. Verschiedene wissenschaftliche Trainingsreihen mit alten und hochaltrigen Menschen belegen: Muskelkraft, Ausdauerfähigkeit und Mobilität sind in jedem Alter wirksam trainierbar.

Was bedeutet das für den Sportverein?

Für den Sportverein bedeutet das, dass er sich bei der Konzeption und Ausschreibung von Sport- und Bewegungsangeboten weniger auf bestimmte Altersgruppen orientiert, sondern auf Voraussetzungen und Einschränkungen der Teilnehmer und entsprechende Lern- und Trainingsziele: Haben die Menschen bisher schon Sport getrieben oder fangen sie ganz neu an? Wollen sie ihre Fitness erhalten, oder wollen sie sie wieder herstellen? Können oder wollen sie noch laufen (rennen) oder können oder wollen sie sich noch auf den Boden legen? Wollen sie eine gute Alltagsbeweglichkeit gewinnen oder erhalten oder eine besondere sportliche Fitness?

Durch die Beantwortung dieser und weiterer Fragen definieren sich Voraussetzungen und Zielsetzungen der Teilnehmer und damit auch die Altersspreizung der heterogenen Trainingsgruppen, die zwischen zehn und 40 Jahren Altersunterschied liegen kann.