Gemeinschaft und Identifikationsmerkmal "Verein"

Von der Arbeit im Verein kann man in vielfältiger Weise profitieren. Kontakte zu beruflich etablierten Menschen sind besonders für jugendliche Mitarbeiter interessant. Praktika, Lehrstellen, erste Aufträge, Empfehlungen. Darüber hinaus sind es oftmals aber die weichen Fakten wie Gefühle oder Traditionen, die eine Antriebskraft für die Arbeit im Verein sind und sein können. Im folgenden finden Sie Motivationen und wie Sie diesen Antrieb des Einzelnen für Ihre Vereinsarbeit nutzen können.

Erfolgreiche Vereine und Gemeinschaften kennen Hierarchien nicht oder ignorieren sie einfach. Es ist gut, wenn gemeinsame Verantwortung so ausgeübt wird, dass aus Begeisterung für die gemeinsame Sache Freundschaft wächst oder Mitarbeiter persönliche Freunde in ihre Teams holen. Es hilft dabei auch, wenn Zusammenkünfte von Führungsteams immer einen privaten und vergnüglichen Charakter haben: Teamsitzungen im Biergarten, Jahresklausuren im Rahmen eines gemeinsamen Ausflugs mit Übernachtung: Freundschaftliches Arbeiten braucht solche privaten Augenblicke.

Und einen Ort. Es gibt Menschen, die von sich sagen, sie seien auf dem Sportplatz oder in der Turnhalle aufgewachsen. Sportanlagen, Geschäftsstelle, Clubheim: Was immer Sie dazu beitragen können, dass diese Orte als Anlaufstellen und Aufenthaltsorte für Mitglieder und Mitarbeiter attraktiv werden, tun Sie es! Eine praktische Anregung: Schaffen Sie eine Trainingszeit, in der möglichst viele Mitarbeiter Ihres Vereins zum gemeinsamen Training (Beispiel: eine Halle mit aufgebautem Fitnesszirkel und physiotherapeutischer Begleitung) zusammenkommen können. So schaffen Sie mit einer einzigen Maßnahme Exklusivität, Nutzen, entspannte Gemeinschaft und persönliche Kommunikation.

Mein Können für das Allgemeinwohl

Wer mehr kann als andere, der darf dieses Können nicht alleine für sich selber nutzen, sondern muss einen Teil davon dem Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Ein Verein sollte sich nicht scheuen, solche Menschen "in die Pflicht zu nehmen". Ihr Nutzen ist Zufriedenheit, Selbstachtung, "Gotteslohn" und Dank und Anerkennung der Gemeinschaft. Dieses Prinzip der Ehrenamtlichkeit gilt im Verein überall dort, wo Verantwortung wahrgenommen wird. Aber nur einen Teil der Vereinsarbeit kann man ganz über dieses Prinzip organisieren.

Leitbild

Auch ein Leitbild hilft, um den Verein zu einer Heimat werden zu lassen. Ein Leitbild ist eine Sammlung von Werten, Idealen und Zielen, aus der sich alles ableiten lässt, was in einem Verein an Arbeit und Entwicklung geleistet wird. Wichtig dabei ist, dass das Leitbild Orientierungen gibt, Prioritäten setzt und nicht in Stein gemeißelt ist. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, Menschen zum Mitbauen am Gemeinschaftswerk einzuladen, sie in die Entwicklung oder in die Überprüfung und Fortschreibung eines Leitbildes einzubinden, wahrgenommen zu werden.

Ehrenamtssponsoring: Der Mitarbeiterausweis

Das Gefühl wahrgenommen und geschätzt zu werden, können Sie durch Kooperationen unterstützen. Zum Beispiel könnten Partnerunternehmen Ihres Vereins für Mitarbeiter Ihres Vereins bei Vorlage des Mitarbeiterausweises Rabatte gewährleisten. In einer öffentlichen Liste werden die Firmen und die gewährten Rabatte oder Sonderleistungen vorgestellt. Nutzen für den Verein: Mitarbeiterbindung. Nutzen für die Firma: Imagegewinn und Werbung (fast) zum Nulltarif. Mit der „Vereinshelferkarte“ haben viele Vereine bereits gute Erfahrungen gemacht.

Netzwerk Verein: S.O.S. wer kann helfen?

Wenn mal wirklich "Not am Mann" ist und Hilfe gebraucht wird, stehen Vereinsmitarbeiter für einander ein. Auch das sollte der- oder diejenige, der/die mit der Betreuung der Mitarbeiter beauftragt ist, im Blick haben. Auch da kann ein Verein vermitteln, Ansprechpartner sein – damit sich alle Mitarbeiter als Gemeinschaft verstehen – sei es wenn jemand dringend Hilfe beim Umzug oder eine Mitarbeiterin für ihren Sohn eine Lehrstelle sucht. Einige Vereine haben dazu eine Art „Tauschbörse“ initiiert. Vereinsmitglieder können sich mit Ihren Talenten in eine Datei aufnehmen lassen und angeben, welche Talente sie zum Tausch anbieten. Wer mit seinem Talent "gebucht" wird, baut ein "Talente" (Stunden) -Guthaben auf, für das er wiederum das Talent anderer in Anspruch nehmen kann.

Ein gutes Zeugnis

Für viele Arbeitgeber oder Ausbildungsbetriebe ist es ein wichtiges Indiz für Verantwortungsbewusstsein, soziale Qualifikation und Tatkraft, wenn Bewerber ehrenamtlich aktiv sind. Bezeugen Sie dieses ehrenamtliche Engagement und diese besonderen Qualitäten des Bewerbers durch ein kleines "Zeugnis", das den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden kann. Machen Sie über Ihre Kommunikationswege bekannt, dass ein solches Zeugnis jederzeit bei Ihnen abgerufen werden kann.