Fragen und Antworten zum Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen

Am ersten September-Wochenende hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) den Meisterschafts-Spielbetrieb wieder aufgenommen. Als Orientierung diente bereits für Test- und Freundschaftsspiele der Hygieneleitfaden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "Zurück ins Spiel". Weitere wichtige Fragen zur Organisation des Spielbetriebs während der Corona-Pandemie beantwortet der FLVW nachfolgend.

[Aktualisierte Fassung vom 17. September]

Dabei weist der Verband explizit daraufhin, dass die im Folgenden aufgeführten Informationen ausschließlich als Orientierung zu verstehen sind. Jeder Verein muss sein Hygienekonzept auf sich selbst und seine Sportstätten abstimmen. Verantwortlich für die Coronaschutzverordnung und deren Einhaltung sind die Kommunen und deren Gesundheitsämter. Die nachfolgenden Hinweise orientieren sich an der vorerst bis zum 30. September geltenden Coronaschutzverordnung des Landes NRW (siehe https://www.land.nrw/corona im Bereich "Downloads"). Bereits in den einzelnen FLVW-Kreisen getroffene Absprachen behalten ihre Gültigkeit.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Vereine erreichen den FLVW ab sofort über eine Corona-Hotline: (0 23 07) 371-102. Diese ist von Montag bis Freitag, von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr besetzt. Darüber hinaus können sich Vereine auch per E-Mail an den FLVW wenden: corona(at)flvw.de.

Was mache ich, wenn wir im Verein einen Verdachtsfall oder eine Corona-Infektion haben?

Es muss das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Dies muss der betroffene Spieler oder die betroffene Spielerin machen, der Verein sollte sicherstellen, dass diese Meldung erfolgt ist. Unter https://tools.rki.de/PLZTool/ finden sich die entsprechenden Kontaktdaten der Gesundheitsämter.

Daneben muss der Verein den FLVW informieren. Hierfür stehen drei Wege zur Verfügung: (1) Auf der Homepage das Kontaktformular, (2) die E-Mail-Adresse corona(at)flvw.de und (3) unsere FLVW-Corona-Hotline unter (0 23 07) 371-102 (Mo-Fr, jeweils von 9-12 und 15-17 Uhr).

Was muss ich generell beachten?

Grundsätzlich gilt das Einhalten des Mindestabstands (1,5 Meter) in allen Bereichen außerhalb des Spielfelds (Trainer/innen, Auswechselspieler/innen, Teamoffizielle, Zuschauer etc.). In den Spielpausen ist der Mindestabstand auch auf dem Spielfeld einzuhalten. Händeschütteln oder Umarmungen sind genauso zu unterlassen wie das Spucken auf dem Spielfeld. Die Husten und Nies-Etikette (Armbeuge oder Einmal-Taschentuch) zu beachten. Bitte desinfizieren und waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife (mindestens 30 Sekunden). Die Teilnahme am Trainings- oder Spielbetrieb ist für alle Beteiligten nur bei symptomfreiem Gesundheitszustand möglich. Auch wenn es Personen im eigenen Haushalt gibt, die Symptome zeigen, ist eine Teilnahme am Spielbetrieb zu unterlassen. Urlaubsrückkehrer aus kritischen Gebieten sollten ohne negativen Corona-Test 14 Tage nicht am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen. Es ist grundsätzlich ein Hygienebeauftragter im Verein zu benennen. Auf das Handshake-Ritual vor dem Spiel wird bis auf Weiteres verzichtet.

Der Sportplatz

Zone 1: „Innenraum/Spielfeld“:
Unter Zone 1 fällt das Spielfeld inklusive Spielumrandung und – wenn vorhanden – die Laufbahn. Dort befinden sich ausschließlich die für den Spielbetrieb notwendigen Personengruppen (Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Teamoffizielle, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Sanitäts- und Ordnungsdienst, Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für das Hygienekonzept, Medien).

Die neue Coronaschutzverordnung (gültig bis 30. September 2020) sagt unter § 9 (2) aus, dass „die nichtkontaktfreie Ausübung des Sport-, Trainings- und Wettbewerbsbetriebs nur mit bis zu 30 Personen oder mit zwei Mannschaften einschließlich aller nach der Verbandssatzung beziehungsweise Spielordnung zulässigen Spielerinnen und Spielern zulässig [ist], wobei die Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 1 sichergestellt sein muss“.

Sollte es keine Abgrenzung des Spielfeldes geben, ist angeraten, eine Abtrennung mit Hilfsmaterial wie Flatterband oder ähnlichem zu schaffen. Die Zone 1 wird ausschließlich an festgelegten und markierten Punkten betreten und verlassen. Für den Weg vom Umkleidebereich zum Spielfeld und zurück werden unterstützend Wegeführungsmarkierungen genutzt. Die Auswechselspielerinnen und -spieler müssen sowohl zum Spielgeschehen als auch zu einander einen Abstand von mindestens 1,50 Metern einhalten.

Medien (z.B. Fotografinnen und Fotografen) wird der Zutritt zum Spielfeld nur nach vorheriger Anmeldung und unter Einhaltung des Mindestabstandes gewährt.

Zone 2: „Umkleidebereiche“:
Unter Zone 2 fällt der Umkleidebereich. Dort haben ausschließlich folgende Gruppen Zutritt: Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Teamoffizielle, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für das Hygienekonzept.

Im Umkleidebereich ist die Einhaltung der Abstandsregelung (1,50 Meter) oder das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zwingend erforderlich. Die Startspieler/innen sollten sich getrennt von den Auswechselspielern/Auswechselspielerinnen in zwei Kabinen oder nacheinander umziehen. Hinweis auf § 29 (1) SpO/WDFV: Stehen aus zwingenden Gründen keine Umkleidemöglichkeiten oder sanitären Anlagen zur Verfügung, sind Gastverein und Schiedsrichter/innen unverzüglich, spätestens am Tag vor dem Spiel hierüber zu informieren.

Es ist unerlässlich, dass ausreichend Zeit zwischen den Wechseln der Mannschaften vorgesehen wird. Die Desinfektion zwischen der Nutzung durch unterschiedliche Mannschaften und Sportlerinnen und Sportler ist zwingend erforderlich, ebenso ist ausreichend zu lüften. Die Nutzung der Duschanlagen erfolgt unter Einhaltung der Abstandsregelungen sowie zeitlicher Versetzung/Trennung. Nur jede zweite Dusche darf im Regelfall genutzt werden. Die generelle Aufenthaltsdauer in den Umkleidebereichen wird auf das notwendige Minimum beschränkt. Am besten kommen die Akteure bereits umgezogen zum Platz und verlassen diesen nach dem Spiel auch wieder so, wie sie gekommen sind.

Zone 3: „Publikumsbereich (im Außenbereich)“:
Unter Zone 3 fällt der gesamte Publikumsbereich draußen, also sämtliche Bereiche der Sportstätte, die frei zugänglich und unter freiem Himmel (auch überdachte Außenbereiche) sind. Alle Personen in Zone 3 betreten die Sportstätte über einen offiziellen Eingang. An diesem werden die notwendigen Daten der Zuschauer ermittelt, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten, und Eintrittsgelder erhoben. Bitte auf den „Kassierrundgang“ verzichten. Weitere Zugänge sollten abgesperrt sein (alle anderen Zugänge mit geeigneten Mitteln absperren). Neben dem Eingang gibt es einen separaten Ausgang: Um Gegenverkehr zu vermeiden, müssen Ein- und Ausgang getrennt sein. Die eingelassene Personenzahl wird stetig kontrolliert und ist seit der Neufassung der Corona-Schutzverordnung vom 16. September nicht mehr auf 300 Zuschauer beschränkt.

Wenn möglich, werden in Zone 3 (Publikumsbereich) die Zuschauer von Heim- und Gastmannschaft getrennt.

Was muss ich bei der Datenerhebung beachten?

Die Kontaktdaten aller sich auf dem Sportgelände befindender Personen müssen erfasst werden. Dazu gehören der Name, Adresse und Telefonnummer, Datum und Uhrzeit: Kommen und Gehen. Sollte die Erfassung mittels einer Liste erfolgen, muss auf dieser ein Datenschutzhinweis vorhanden sein. Sollte ein Gast sich verweigern oder nicht seine Echtdaten in die Liste eintragen, wird von dem Hausrecht des Vereins Gebrauch gemacht und die Person muss das Sportgelände verlassen.

Dürfen wir die Vereinsgaststätte öffnen?

Der Ausschank am Platz ist möglich – aber nur mit gewissen Vorkehrungen. Der Zugang zum Schankraum oder Verkaufsstand ist nur mit Mund- und Naseschutz zulässig. Auch hier gibt es einen Eingang und einen separaten Ausgang und die Wegführung ist markiert. Am besten ist es, Flaschengetränke und Abgepacktes zu verkaufen. Bei Gläserausschank ist auf die Gläserhygiene zu achten (regelmäßiger Spülwasserwechsel, Gläserspültabletten im Spülwasser, etc.). Es muss eine klare Trennung von Kasse und Essensausgabe erfolgen. An Kasse und Ausgabestelle ist ein Spuckschutz anzubringen. An der Essensausgabe darf kein Verzehr stattfinden. Auch in der Schlange an der Kasse bzw. Essensausgabe muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.

Sollten sich Sitzplätze im Vereinsheim befinden, ist ein eigenes Hygienekonzept samt Verordnung für Gastronomie anzufertigen. Bitte die entsprechenden Hygienevorgaben beachten.

Wie organisiere ich den Spielbetrieb?

Die Anstoßzeiten werden grundsätzlich von der Spielleitenden Stelle geplant. Sollte eine zusätzliche Entzerrung zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln erforderlich sein, oder sollten diese behördlich angeordnet werden, ist umgehend die Spielleitende Stelle zwecks zeitlicher Anpassungen zu kontaktieren.

Vor dem Spiel ist von Heim- und Gastmannschaft eine Spielerliste inkl. Betreuerstab (Name, Adresse und Telefonnummer) beim Heimverein zu hinterlegen. Der Heimverein bewahrt diese Listen 4 Wochen auf.

Die Umkleidekabinen für die Mannschaften sind auszuweisen und die Zugänge, wenn möglich, separat voneinander zu organisieren. Beim Betreten der Kabine ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. In der Kabine ist ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Ist dies nicht möglich, ist auch hier eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Es ist vom Heimverein dafür zu sorgen, dass genügend Desinfektionsmittel in den Kabinen vorhanden ist. Wünschenswert wäre ein Spender vor jeder Kabine. Um eine unkomplizierte Spielvorbereitung bei Auswärtsspielen zu haben, raten wir allen Gastmannschaften, die Mannschaftsbesprechung vorher zu erledigen und umgezogen zum Spiel anzureisen.

Halbzeitbesprechungen sollten vorzugsweise im Freien stattfinden. In der Kabine nur mit Mund-Nasen-Bedeckung. Pausengetränke werden vom Heimverein nicht mehr gereicht. Es wird angeraten, dass sich jeder Spieler seine eigene Getränkeflasche gefüllt und beschriftet mitbringt. Einzig der Schiedsrichter bekommt eine Wasserflasche in der Halbzeit gereicht. Nach dem Spiel ist darauf zu achten, dass die Kabine nur mit der Anzahl an Spielern und Spielerinnen genutzt wird, welche einen Abstand von 1,5 Metern zulassen. Die Duschen werden ebenfalls nur mit einer begrenzten Anzahl an Spielern und Spielerinnen genutzt, damit auch hier der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Ist in einem Umkleidegebäude ein Duschraum für zwei Mannschaften vorgesehen, müssen die Mannschaften nacheinander die Duschen nutzen (erst Mannschaft A, dann Mannschaft B). Dazwischen und nach dem Spiel sind alle Kontaktflächen ordentlich zu reinigen und zu desinfizieren.

Vom Aufstellen von Wassereimern zur Abkühlung wird zwingend abgeraten, bei extremen Temperaturen könnte eine Freilanddusche eine Alternative darstellen.

Der Hygienebeauftragte des Heimvereins weist die Gastmannschaft in die Nutzungs-Bedingungen von Umkleide und Duschen ein. Der Mannschaftsverantwortliche der Gastmannschaft unterzeichnet für die gesamte Mannschaft, dass eine Einweisung erfolgt ist.

Bei der Benutzung des Eingabegerätes für den Spielbericht ist sicherzustellen, dass vor und unmittelbar nach Eingabe der jeweiligen Person eine Handdesinfektion möglich ist.

Auch wenn der FLVW weiterhin eine andere Auffassung vertritt, ist es jedoch nach Meinung des Landes NRW theoretisch möglich, dass ein/e Spieler/-in auch an mehreren Spielen oder aber auch an unterschiedlichen Sportarten Kontaktsport gemäß § 9 der Coronaschutzverordnung betreiben darf (z. B. morgens Fußball und abends Handball).

Ist paralleler Spielbetrieb auf Kleinspielfeldern zulässig?

Grundsätzlich können auf einem Großfeld im Kinderfußball (bis D-Junioren) zwei Spiele parallel durchgeführt werden. Es handelt sich bei parallelen Spielen um zwei einzelne Sportveranstaltungen im Kontaktsport, bei der jeweils 30 Personen in Kontakt kommen dürfen (mit entsprechender Rückverfolgung). Entscheidend ist, dass am Ende der Veranstaltung jeder Spieler mit maximal 29 anderen Personen (egal ob Stamm- oder Auswechselspieler, eigene oder fremde Mannschaft(en)) Kontaktsport betrieben hat. Dies gilt auch für die „Spieltreffs“ (neue Spielformen im Kinderfußball).

Zwischen den Spielfeldern und weiterer Personen ist zwingend der Abstand einzuhalten (Spielfeldaufbau gemäß Anhang Jugendspielordnung/WDFV). Eine Vermischung der Aktiven bei parallelen Spiele ist auszuschließen. Die Abstandsregel ist zudem beim Zutritt und beim Verlassen der Spielfläche zu beachten.

Dennoch gilt weiterhin, dass die letzte Entscheidung zur Durchführung des Sportbetriebes den örtlichen Behörden obliegt. Örtliche Gegebenheiten sind im Sinne der Einhaltung der Coronaschutzverordnung anzupassen.

Was ist bei einem Mannschaftsfotos zu beachten?

Beim Mannschaftsfoto im Trainingsbetrieb ist unbedingt die 30er-Regel zu beachten. An einem Spieltag ist dies auf Grund weiterer Kontakte mit dem Gegner nicht möglich. Zu empfehlen ist bei aktuellen Mannschaftsfotos ein Abstand von 1,5 Metern (in den Reihen versetzt stehen). Mit der Einhaltung der Abstandsregel wird öffentlich dokumentiert, dass sich die Mannschaft und der Verein mit der Einhaltung der „Coronaregeln“ auseinandersetzt und somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Trainings- und Spielbetriebes leistet. Ein Mannschaftsfoto mit Mund-Nase-Maske erscheint nicht sinnvoll, gleichwohl auch hierdurch die Einhaltung der Coronaregeln unterstützt wird.

Hinweise:

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernimmt der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e. V. (FLVW) keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der obenstehenden Empfehlungen. Diese verstehen sich als Hilfestellung für die Sportvereine, nicht aber als Rechtsberatung.

Die rechtliche Grundlage bildet die Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen mitsamt Anlagen, die sie in der jeweils aktuellen Fassung hier finden: https://www.mags.nrw/erlasse-des-nrw-gesundheitsministeriums-zur-bekaempfung-der-corona-pandemie 

Aufgrund regionaler oder lokaler Besonderheiten sind die Kreise und kreisfreien Städte ermächtigt, weitergehende Beschränkungen zu erlassen (vgl. § 16 Satz 2 CoronaSchVO NRW). Bitte informieren Sie sich unbedingt bei den Behörden vor Ort, welche Voraussetzungen für Ihren Sportbetrieb gelten.