Vereine der Oberliga Westfalen stimmen sich auf neue Saison ein

Die Kulisse für den Staffeltag der Oberliga Westfalen am Donnerstagabend war im wahrsten Sinne des Wortes erstklassig: Im „Schalker Markt“ der Gelsenkirchener Arena hatten die Vertreterinnen und Vertreter der 18 Vereine einen einzigartigen Blick in das Stadion des Bundesligisten. Da die U23 der Königsblauen im vergangenen Jahr souverän Meister geworden ist, war der S04 – wie es im westfälischen Fußball Brauch ist – nun Gastgeber des „Oberliga-Klassentreffens“.

Mit Peter Knäbel richtete der technische Direktor der Knappenschmiede gleich zu Beginn die Grußworte an die rund 40-köpfige Versammlung: „Meine erste Partie bei der U23 war eine 0:5-Niederlage beim TuS Ennepetal – seitdem hat unsere Mannschaft eine hervorragende Entwicklung genommen“, stieg Knäbel launig ein, um im Anschluss die Qualität der Oberliga Westfalen zu loben: „Die Oberliga ist eine sehr interessante Liga mit tollen Vereinen und talentierten Spielern. Wir werden auch zukünftig – aber hoffentlich ‚nur‘ als Gast – die Oberliga intensiv verfolgen“, hofft der technische Direktor auf den Klassenverbleib in der Regionalliga West.

Staffelleiter Reinhold Spohn (Herne) übergab Knäbel im Anschluss die offizielle Meisterurkunde des Verbandes und warf zunächst einen Blick auf die vergangene Saison. Erfreulich: Die Zuschauerzahlen in der höchsten Spielklasse des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) sind von rund 95.000 auf insgesamt 97.000 gestiegen. Weniger erfreulich: Auch die Zahlen bei den persönlichen Strafen sind gestiegen. Gab es in der Spielzeit 2017/18 noch 1.042 Verwarnungen, mussten die Schiedsrichter in der abgelaufenen Spielzeit 1.272 mal den gelben Karton zücken. 33 gelb-rote (Vorjahr: 31), 37 rote Karten (Vorjahr: 27) und 20 Innenraum-Verweise (Vorjahr: 18) musste Spohn ebenfalls notieren. Fairste Mannschaft der abgelaufenen Saison war Absteiger 1. FC Gievenbeck, der auf dem Staffeltag der Westfalenliga ausgezeichnet worden ist.

Mehr Fair-Play am Spielfeldrand gefordert

Sowohl Michael Liedtke (Vorsitzender Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss), als auch Georg Schierholz (Vorsitzender Verbands-Sportgericht) lobten aber die Vereine für die gute Zusammenarbeit und das allgemeine Fair-Play der Spieler. „Am Spielfeldrand sieht das aber manchmal etwas anders aus“, rief Schierholz Trainer, Mannschaftsverantwortliche und Betreuer zu mehr Besonnenheit auf.

Beim Ausblick auf die kommende Saison, die am 9. August mit der Eröffnungsspiel beim FC Gütersloh startet, wies Reinhold Spohn auf kleinere Neuerungen und Termine hin. So kann zukünftig auch in der Oberliga Westfalen ein vierter Spielerwechsel vorgenommen werden. Das Entscheidungsspiel um den zweiten DFB-Pokal-Startplatz des FLVW wird am Samstag, 30. Mai 2020 zwischen dem besten westfälischen Regionalligisten und dem Oberliga-Meister ausgetragen.