Nils Voigt überrascht bei der U23-EM mit Rang vier über 10.000 Meter

Vor dieser Saison hatte ihn wohl nicht einmal jemand für einen Startplatz bei der U23-EM auf der Rechnung. Am Donnerstagabend rannte Nils Voigt (TV Wattenscheid 01) im schwedischen Gävle über 10.000 Meter bis auf den vierten Platz nach vorne. Mit Zeiten unter oder im Bereich ihrer Bestleistungen machten auch Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) und Aaron Bienenfeld ein gutes Rennen.

Die 10.000 Meter-Läufer eröffneten am Donnerstag bei der U23-EM mit dem ersten Finale der Titelkämpfe die Medaillenjagd von Gävle (Schweden). Auf 25 Runden entwickelte sich ein unrhythmisches Rennen, in dem die große Spitzengruppe mit 18 der 25 Starter lange beisammen blieb, jedoch bei Tempoverschärfungen ein ums andere Mal auseinandergezogen wurde. 

Zu Beginn sorgten an der Spitze drei Israelis für Tempo, dann eine Weile der Brite Emile Cairess oder der Norweger Narve Gilje Nordas, auch Nils Voigt (TV Wattenscheid 01) zeigte sich auf der zweiten Rennhälfte mal ganz vorne. Immer in Lauerstellung, aber nie an der Führungsarbeit beteiligt: Jimmy Gressier. Der Franzose, der bei Cross-Europameisterschaften schon zweimal Gold gewinnen konnte, hatte schon im Vorfeld seine Ziele klar verkündet: Über 5.000 und 10.000 Meter sollen in Gävle die nächsten zwei Goldmedaillen her.

Vier Runden vor Schluss setzte Gressier die entscheidende Attacke. Meter um Meter legte er zwischen sich und seinen letzten Verfolger Tadesse Getahon (Israel), der schließlich nur noch Bronze vor Emile Cairess absichern konnte. Nach dem missglückten Jubel der Cross-EM, wo Jimmy Gressier auf den Knien durch den Schlamm bis über die Ziellinie schlittern wollte, dabei aber hängen blieb und kopfüber ins Zielband fiel, hatte er sich eine andere Jubelgeste ausgedacht: In Schlangenlinien laufend und mit ausgebreiteten Armen feierte er seinen Sieg. Die Zeiten der Top Drei: 28:44,17, 28:46,97 und 28:50,21 Minuten.

In neue Leistungsbereiche eingedrungen

Es waren Leistungsbereiche, in die die drei deutschen Teilnehmer noch nicht vorgedrungen sind. Aber sie waren nicht weit weg davon! Besonders Nils Voigt (TV Wattenscheid 01), der sich im letzten Renndrittel eine gute Position in den Top Sechs erarbeitet hatte und auch beim Antritt von Gressier nicht locker ließ. In einem spannenden Fight mit dem Spanier Abessamad Oukhelfen, bei dem auch die Ellbogen zum Einsatz kamen, erkämpfte er sich auf den letzten Metern noch Rang vier und wurde für ein starkes Rennen mit der ersten Zeit unter 29 Minuten belohnt: 28:54,16 Minuten.

Auch Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) und Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach) rannten die meiste Zeit in der großen Spitzengruppe mit. Der erste, der bei den Tempoverschärfungen den Anschluss verlor, war Aaron Bienenfeld. Er kämpfte jedoch tapfer weiter, hielt das Tempo hoch und konnte im vierten 10.000 Meter-Rennen einer langen Saison noch einmal in 29:12,67 Minuten bis auf wenige Zehntel an seiner Bestzeit heranlaufen. Am Ende sammelte er einige Läufer noch wieder ein, Platz 15.