„Militärgruß“-Urteile: Clubs sollen an Hilfsorganisationen spenden

Fünf Amateurclubs aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sind nach dem Zeigen des „Militärgrußes“ dazu verurteilt worden, Zahlungen an wohltätige Organisationen zu leisten. Das hat der zuständige Einzelrichter des Verbandssportgerichts am Freitagmorgen bekannt gegeben. Die Höhe der Geldbeträge liegt zwischen 125 und 300 Euro.

Vor rund vier Wochen sind fünf Fälle aus den westfälischen Amateurfußball-Spielklassen bekannt geworden, bei denen Mannschaften oder einzelne Spieler Militärgruß-Gesten der türkischen Nationalmannschaft  nachgeahmt haben. Das Präsidium des FLVW beantragte daraufhin beim Verbandssportgericht die Aufnahme von Verfahren wegen unsportlichen Verhaltens. Nach Einholung von Stellungnahmen und eingehender Bewertung kam der zuständige Einzelrichter Dr. Markus Seip zu dem Schluss, dass das Zeigen der Militärgruß-Geste nach § 1 Abs. 1 S. 2 der Rechts-und Verfahrensordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) eine Unsportlichkeit darstellt.

Die Vereine sind dazu verurteilt worden, Geldeträge an Hilfsorganisationen zu spenden. Der DTSG Herten 94 wird auferlegt, 125 Euro an „Sea Watch e.V.“ zu zahlen. Je 150 Euro sollen die „Aktion Deutschland Hilft e.V.“ (SG DJK Rot-Weiß Hillen) und „UNICEF Deutschland e.V.“ (Genclikspor Recklinghausen) erhalten. De FC Türk Sport Bielefeld soll 200 Euro an „terre des hommes e. V.“ der SC Fatihspor Werl 300 Euro an die „UNO-Flüchtlingshilfe e. V.“ zahlen.

Alle Vereine haben sich in ihren Stellungnahmen für die umstrittene Geste entschuldigt oder von den Vorfällen distanziert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Vereine können innerhalb von zehn Tagen nach der Verkündung des Urteils bei dem Verbandssportgericht Berufung einlegen.