Trainer-Blog - Teil 3: Piraten entern den Platz

Nein, an Nachwirkungen der Weihnachtsfeiertage hat es nicht gelegen, dass unsere angehenden C-Lizenzler in der ersten Praxiseinheit an ihre Grenzen geführt wurden – und das in mehrfacher Hinsicht. Nach einigen Aufwärmspielchen, die die Teilnehmer in Zweier-Gruppen selbst ausarbeiten mussten, folgten einige Wettkampfspiele wie beispielsweise das Dribbeln zur Schatzinsel.

Stichwort Schatzinsel: Eine weitere Übung von Lehrgangsleiter Hendrik Winkelmann wirkte wie aus einem Piratenfilm. Ausgestattet mit Augenklappen sollten die Trainerinnen und Trainer testen, welche Auswirkungen eine eingeschränkte Sicht auf das Ball- und Raumgefühl hat. Das Fazit: eine ganze Menge. Bester Beweis waren einige ungewollte Stolperer oder Zusammenpralle. Aus dem Tritt oder vielmehr gesagt aus der Puste war die Gruppe nach einer Dribbelform, bei der sich das Spielfeld gerade kurz nach den Weihnachtstagen als eindeutig zu groß herausstellte.

Dabei merkten die Teilnehmer schnell, wie schwierig es ist, ihren „Spielern“ Aufgaben zu erklären, ohne sie selbst vorzumachen. Nichts vormachen lassen wollten sich die spielenden Trainer beim defensiven Zweikampfverhalten im „eins gegen eins“. Teils überehrgeizige Zweikämpfe und „gepfefferte“ Tacklings waren auf dem traditionell windig-kalten Sportplatz Kreisch die Folge. Trotzdem oder gerade deshalb kam die erste Einheit auf dem Kunstgrün richtig gut an.

Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle die morgendliche Theoriestunde, bei der sich vor allem Carsten als Wortakrobat herausstellte: Aus den Buchstaben des Wortes „Ballschule“ sollten innerhalb von 30 Sekunden neue Wörter gebildet werden – Carsten entschied sowohl die Einzel- als auch die Gruppenkonkurrenz locker für sich. Für die 23 Wörter innerhalb der Gruppe erhielt er ein Sonderlob von Lehrgangsleiter Michael Reimann, der von einem neuen Rekord sprach. Ob das tatsächlich stimmte oder nur ein geschickter Übergang zur positiven Ansprache war („Im deutschen Fußball – gerade im Kinderbereich – wird zu wenig gelobt.“), wird allerdings Michaels Geheimnis bleiben.

Ein Geheimnis wird für Jan Rademacher sicherlich der Gorilla in der Video-Monkey-Business-Illusion bleiben. Denn „Radi“ war der einzige – oder der einzige, der es zugegeben hat – der den Gorilla während eines Einspielers einer Passübung zweier Mannschaften nicht durchs Bild laufen sah, sondern sich auf die Aufgabenstellung konzentrierte. Erkenntnis des Vormittags: Den Spielern nicht zu viele Aufgaben mitgeben, sondern sie auf eine wichtige Sache konzentrieren. Für die Lehrgangs-Teilnehmer sind das die nächsten beiden Theorietage, ehe eine Pause über Silvester ansteht.

Zum Autor:
Tom Herberg ist Jugendleiter beim TuS Grünenbaum und einer der Mitinitiatoren für das Projekt, das vom FLVW und dem FLVW-Kreis Lüdenscheid unterstützt wird. Regelmäßig bloggt der 31-Jährige, der als Pressesprecher der Stadt Hamm arbeitet, auf FLVW.de von der C-Lizenz-Trainerausbildung beim TuS Grünenbaum.