Ganztag hat Auswirkungen auf Jugendtraining

Am aktuellen Beispiel der Kooperation mit Schulen ist deutlich abzulesen, dass die schulpolitische Entscheidung der Landesregierung zum Ganztag gerade auch die Fußballvereine in Bezug auf ihr Jugendtraining vorrangig betrifft.  Eine umfassende Information zum Themenkomplex gibt das hier zum Download bereitstehende Beratungskonzept von Dr. Klaus Balster „Sportverein als Bildungspartner für Schulen“. Zudem gibt es hervorragende Unterstützung durch unsere Fachkraft für "NRW bewegt seine KINDER!", Frau Astrid Kraning.

Das Landesprogramm „Geld oder Stelle“ sorgt dafür, dass Schulen die Mitwirkung des Personals von außerschulischen Trägern finanzieren können. Für diesen Zweck kann etwa ein Drittel der Lehrerstellen genutzt werden, die für den Ganztag zusätzlich zur Verfügung stehen. Kern des nordrhein-westfälischen Ganztags ist das sogenannte „Trägermodell“, die Aufteilung der Anstellungsträgerschaften für das im Ganztag tätige Personal zwischen dem Land auf der einen Seite und den Kommunen oder freien Trägern auf der anderen Seite.

Trägermodell führt Schule, Jugendhilfe, Kultur und Sport zusammen

Das Land ist ausschließlich für die Anstellung von Lehrkräften und in Ausnahmefällen auch für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zuständig, die auf Lehrerstellen beschäftigt sind.

Alle anderen im Ganztag tätigen Personen werden entweder von der Kommune als Schulträger oder Träger der öffentlichen Jugendhilfe oder von einem Träger der freien Jugendhilfe, des Sports, der kulturellen Bildung oder eines weiteren Bildungsangebots angestellt. Die Auswahl des Personals erfolgt im Einvernehmen zwischen allen Beteiligten, das heißt Schule, Kommune und außerschulischem Träger.

Auf diese Weise wird die Autonomie der beteiligten Träger gewährleistet. So sichern sich diese ihre rechtlichen Vorteile, beispielsweise im Hinblick auf das Arbeits- und Steuerrecht.

Die konkrete Zusammenarbeit wird in Kooperationsvereinbarungen geregelt. Diese Vereinbarungen, die Schulträger, Schulen und freie Träger miteinander abschließen, um ihre Zusammenarbeit zu regeln, sind eine Art Geschäftsordnung, die klärt, wie beispielsweise Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. Sie sollten auch Verfahren enthalten, mit denen Konflikte konstruktiv ausgetragen werden können.

Ausblick

Am 20. Mai 2011 hat die von der Landesregierung einberufene Bildungskonferenz Empfehlungen zur Zukunft des Ganztags vorgelegt. Beteiligt waren alle Verbände und Institutionen, die sich maßgeblich im Ganztag engagieren. Ein flächendeckendes Ganztagsangebot bis 2020 erscheint den beteiligten Verbänden erreichbar. Wesentliche Rahmenbedingungen sollten gesetzlich geklärt, Standards entwickelt und vereinbart werden.

In welcher Geschwindigkeit der Ganztag sich jedoch weiterentwickelt, hängt nicht zuletzt von der Finanzausstattung in Bund, Ländern und Kommunen ab, sowie von der wachsenden Nachfrage von Eltern, Kindern und Jugendlichen. Gefordert sind gleichermaßen Land, Kommunen und der Bund. So sollte das sogenannte „Kooperationsverbot“ zwischen Bund, Ländern und Kommunen möglichst bald aufgehoben werden."