„Masterplan Amateurfußball“: Eine Bank für die Zukunft

Innovativ, erfolgsversprechend und zielführend: In den zurückliegenden Jahren haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und seine Regional- und Landesverbände eine umfangreiche Strategie für den Amateurfußball entwickelt und dieser den Namen „Masterplan“ gegeben.

Im Fokus dieses Strategiepapiers steht dabei einzig und allein der Fußball an der Basis. Der Masterplan Amateurfußball stellt ein vom DFB und den 21 Landesverbänden gemeinsam erarbeitetes Maßnahmenpaket dar, das den Fußball an der Basis bundesweit stärken und somit zur Zukunftssicherung des Amateurfußballs in Deutschland beitragen soll.

Im Fokus: Fußball an der Basis

Der Grundstein für den Masterplan Amateurfußball wurde beim Amateurfußball-Kongress im Februar 2012 in Kassel gelegt. Damals diskutierten Vertreter des DFB, der Landesverbände und Kreise drei Tage mit Vereinsvertretern über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der „Basis“ und entwickelten im Dialog Lösungsmöglichkeiten, für die gemeinsam Prioritäten abgestimmt wurden. In den darauffolgenden Monaten befasste sich die Steuerungsgruppe Amateurfußball, unter der Leitung von Hermann Korfmacher, intensiv mit der Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen und entwickelte einen Masterplan für die Jahre 2013 bis 2016, der vom DFB-Bundestag im Oktober 2013 einstimmig verabschiedet wurde. „Dieser bundesweite Masterplan bildet das Gerüst für die eigenen, darauf abgestimmten Masterpläne der Landesverbände. Zudem haben die Landesverbände jeweils einen Mitarbeiter eingestellt, der die Umsetzung der Inhalte ihres Masterplans koordiniert“, sagt DFB-Vizepräsident Peter Frymuth, der mittlerweile die Leitung der koordinierenden Steuerungsgruppe Amateurfußball übernommen hat.

Gegliedert ist der Masterplan Amateurfußball in die Themenfelder Kommunikation, Entwicklung Spielbetrieb und Vereinsservice. Diese Bereiche vereinen Maßnahmen, die der DFB und seine Landesverbände schon über einen gewissen Zeitraum durchführen, aber auch zahlreiche neue Projekte zur Stärkung des „kleinen“ Fußballs, der eigentlich der „große“ ist, finden doch rund 95 Prozent der wöchentlich 80.000 Spiele in Deutschland auf Kreisebene statt.

Imagekampagne: „Unsere Amateure. Echte Profis.“

Den Anfang machte im Bereich Kommunikation eine große Imagekampagne unter dem Titel „Unsere Amateure. Echte Profis.“ Emotional und authentisch werden in ihr einige der 1,7 Millionen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer im Fußball professionell in Szene und somit verstärkt in das Interesse der breiten Öffentlichkeit gesetzt.

Die Kampagne, in deren Rahmen in der folgenden Sommerpause alle Vereine in Deutschland unter anderem mit Trainingsleibchen im Kampagnendesign ausgestattet und die von den Landesverbänden tatkräftig umgesetzt wurde, rückt nicht nur die heimlichen Helden des Amateurfußballs ins Rampenlicht, vielmehr bereitete sie auch das Feld für ein komplett neu gestaltetes Internetportal, das der DFB Ende Juli 2014 gestartet hat.

Ab Sommer 2014 hat der DFB die Seite FUSSBALL.DE redaktionell und technisch in Eigenregie als Homepage des Amateurfußballs etabliert und neben dem wichtigsten Baustein, den Ergebnissen und Daten aller 80.000 wöchentlichen Fußballspiele, auch zahlreiche Serviceangebote für die Basis angeboten. So finden Trainer/-innen und Spieler/-innen beispielsweise zahlreiche Tipps für den Trainingsalltag und Vereinshelfer aus den unterschiedlichsten Bereichen umfangreiche Hilfestellungen für ihre tagtägliche, meist ehrenamtliche Arbeit.

FUSSBALL.DE – ein wichtiges Großprojekt, wie auch DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann betont: „Der DFB hat damit eine große, neue Tür geöffnet. Das neue FUSSBALL.DE ist deshalb so spannend, weil es viel mehr Menschen direkt anspricht, als das vorher noch der Fall war. Es macht den Amateurfußball moderner und gibt ihm eine klar erkennbare, gemeinsame und interaktive Plattform.“

Vereinsdialoge in den Landesverbänden

Doch Kommunikation im Web, so interaktiv sie auch sein mag, kann ein persönliches Gespräch nur bedingt ersetzen. Aus diesem Grund rundet das Projekt „Vereinsdialog“ den Masterplan-Bereich der Kommunikation ab. In einer dreimonatigen Pilotphase in den Landesverbänden Württemberg, Sachsen-Anhalt und Niederrhein getestet und für gut befunden, verbessern seit Projektbeginn die regelmäßigen Gesprächsrunden den Kontakt zwischen Verbandsspitze und Vereinen. „Es geht darum, Kontakt herzustellen, Probleme und mögliche Problemlösungen zu erläutern, Nähe zu schaffen, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu fördern. Wichtig ist, zu zeigen, dass wir beim Verband nicht im Elfenbeinturm sitzen“, sagt Erwin Bugar, Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt.

Die Projekte und Maßnahmen im Bereich Entwicklung Spielbetrieb widmen sich vor allem den Veränderungen, denen sich der Amateurfußball aufgrund des gesellschaftlichen Wandels (Schule und Arbeitsmarkt, Demografie, Freizeitverhalten) stellen muss. So sollen die Möglichkeiten zur Flexibilisierung des regulären Spielbetriebs stärker genutzt, das Angebot im Bereich Futsal und Beachsoccer erweitert werden. Auch dem Bereich Fußball für Ältere kommt in einer immer älter werdenden (Fußball-)Gesellschaft natürlich eine besondere Aufmerksamkeit zu – ebenso wie den Themen Sicherheit im Amateurfußball (zum Beispiel die Stärkung der Fair-Play-Liga) und der weiteren Verbreitung der neuen DFBnet-Module Spielbericht online, Vereinswechsel online und Sportgericht online, die in den drei Projektjahren bundesweit und flächendeckend ausgerollt werden sollen.

Vereinsservice bildet dritte Säule

Die dritte Säule des Masterplans Amateurfußball ist das Themenfeld Vereinsservice. Neben den umfangreichen Angeboten, die im Internet auf DFB.de und FUSSBALL.DE zu finden sind (beim Bundestag in Nürnberg wurde etwa die DFB-Online-Vereinsberatung vorgestellt), „arbeiten“ die Landesverbände auch verstärkt im direkten Austausch mit den Vereinen. Neben den bereits etablierten fußballpraktischen Kurzschulungen werden jetzt auch Kurzschulungen im Bereich Fußballmanagement, zum Beispiel zur Gewinnung von Vereinsmitarbeitern, bedarfsgerecht angeboten. Zur Information von Vereinsvorständen über die Unterstützungsangebote der Landesverbände und des DFB, aber auch zum gegenseitigen Wissensaustausch dient der sogenannte Vorstandstreff. Darüber hinaus fährt das DFB-Mobil, das vor der Einführung des Masterplans Amateurfußball seit 2009 bereits mehr als 15.000 Vereine im gesamten Bundesgebiet besucht hat, auch in den drei Jahren weiterhin durch Deutschland und vermittelt vor allem den Trainern im Kinder- und Jugendbereich vor Ort im Verein praktisches Wissen für ihre Arbeit. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch das Projekt Junior Coach, in dem Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren eine fußballspezifische Grundlagenausbildung bekommen – als erstes Modul der C-Lizenz Breitenfußball.

Es ist also ein durchaus anspruchsvoller, vor allem aber wichtiger Weg, auf den sich der DFB und seine Landesverbände gemeinsam mit dem Masterplan Amateurfußball gemacht haben. Einer, an dessen Ende die Vereine und handelnden Personen an der Basis wirksame Unterstützung für die vielfältigen Aufgaben des Alltags erhalten haben sollen, die den Amateurfußball stärken.