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Weltkindertag 2010 - Lasst die Kinder sich bewegen!

05.08.2010

Dr. Klaus Balster mit einem "Weckruf" zum Weltkindertag 2010.

Lasst die Kinder sich bewegen, und was hindert sie daran?

Einfach noch zu viele Erwachsene!  Sie verfügen zwar über ausreichende Intelligenz und fachliche Kompetenzen. Diese alleine aber reichen nicht, die noch vielerorts bestehenden Barrieren für Jungen und Mädchen zu beseitigen bzw. zu vermindern,  die ihre  „Kinderwelt als Bewegungswelt“ und ihr „Grundrecht auf Bewegung“ tatsächlich erleben möchten.

Zunehmend sind vor allem personale Kompetenzen (Fähigkeiten, Fertigkeiten) wie Neugierde oder Reflexion,  Tugenden (Eigenschaften, Bereitschaften) wie Liebe oder Geduld und  Werte (Haltungen, Lebensführungen) wie Courage und Verantwortung gefragt.

Beispielsweise erst durch einen verfügbaren Werterucksack können Erwachsene Kindern Wege aufzeigen, damit sich diese zukünftig ausreichend bewegen können. So ist u.a. der Wert Courage bedeutsam, um Kindern öffentlich zu ihren Rechten zu verhelfen, für sie die Stimme zu erheben, sich einzumischen und Beklagenwertes zur Sprache zu bringen.

Zur Courage gehört, gesellschaftliche Unpässlichkeiten für Kinder zur Sprache zu bringen, die Kinder daran hindern, sich zu bewegen. So entstehen Bewegungsmangel und –einschränkungen u.a. durch Spielraumghettos bzw. Bewegungsraumbegrenzungen, Inaktivitätsunterstützung durch Verwöhnverhalten der Eltern, fehlende Bewegungsmöglichkeiten durch bauliche Maßnahmen (keine Treppen), Lärmverordnungen und Erwachseneneinsprüche, unsichere und verdreckte Spielplätze, gefährliche Spielzeuge, zunehmende Motorisierung und Flächenversiegelung oder abnehmende Spielraumzugänge.

Zur Courage gehört auch, gesellschaftliche Unpässlichkeiten für Kinder zur Sprache zu bringen, die indirekt zu einem eingeschränkten Bewegungsverhalten von Kindern führen, z.B. mehr Befindlichkeitsstörungen bei Jungen und Mädchen, Einnahme von Psychopharmaka, Feinstaubbelastungen, Süßigkeiten im Umfeld von Erziehungsstätten, Sehnsüchte der Eltern, unzureichende Werteverfügbarkeit der Erwachsenen, Kalorienbomben sportlicher Werbeträger bzw. Medienkonsum.

Zur Courage gehört auch, nach Lösungen zu suchen, damit für Kinder ausreichend Geld zur Verfügung steht und sie sich entwicklungs- und bedürfnisgerecht bewegen können. Das Geld für eine ausreichende Bewegungsinfrastruktur ist da, es muss nur kindergerechter und –förderlicher verteilt werden.  Woher kommt das umzuverteilende Geld, z.B.: von weniger Wahlen und Wahlkampfzuschüssen, von weniger kommunalen Ausschüssen, vom Verteidigungshaushalt, vom Verkehrshaushalt, von der Vereinigung der bisher geteilten Regierungssitze Berlin und Bonn, von den unverhältnismäßigen Dienstreisen der Abgeordneten, von subventionierten Regional-Flugplätzen und vom Flugbenzin, von den Luxus-Boni-Gehältern einiger Angestellter bei der Agentur für Arbeit, von Prestige-Bauprojekten oder Projekten wie das BRD-Mondprogramm.

Für Kinder couragiert zu handeln, beginnt im Kopf der handelnden Personen, in der Bereitschaft und Fähigkeit, eigenes Handeln stets auf den Prüfstand zu stellen, aber auch bereit zu sein, Neues zu denken und Wünschenswertes offensiv anzugehen. Dazu gehört, selbst auf einiges zu verzichten und es angemessen vorzuleben. Aber auch vorbildhaftes Verhalten im Alltag, z.B. Verhalten im Straßenverkehr, eigenes Bewegungsverhalten.  Ohne Reflexion bleiben blinde Flecken. 

Wünschen wir uns für Kinder, dass die vielerorts nachahmenswerten Couragierten, die noch enthaltsamen Erwachsenen ermuntern und zum Mitmachen begeistern können, dass allerorts Jungen und Mädchen tatsächlich ihre „Kinderwelt als Bewegung“ und ihr „Grundrecht auf Bewegung“ erhalten.

http://www.weltkindertag.de/start/  

http://www.weltkindertag-koeln.de/index.php?id=59

Von: Dr. Klaus Balster