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Wattenscheider Sprinter räumten in Bielefeld alles ab

22.01.2012

Acht Tage nach ihrem Doppelsieg bei den westfälischen U18-Meisterschaften in Dortmund präsentierte sich Annika Drazek (TV Gladbeck) auch bei den westfälischen U20-Titelkämpfen in der Bielefelder Seidenstickerhalle in Topform.

Fotos: Peter Middel

Die 17-jährige Gladbecker verbesserte sich gegenüber Dortmund im 60m-Sprint um sieben Hundertstelsekunden auf ausgezeichnete 7,51 Sekunden und lag damit recht deutlich vor Joana Kielhorn (LG Ahlen, 7,81 Sek.) und Chantal Butzek (LC Paderborn, 7,82 Sek.).

„Mein Start und mein Lauf waren in Ordnung. Ich wäre heute gerne unter 7,50 Sekunden geblieben. Trotzdem bin ich mit meiner Vorstellung zufrieden,“ erklärte die dreifache deutsche B-Jugend-Vizemeisterin.

Vor ihrem 60m-Auftritt hatte Annika Drazek versucht, einmal ihre Möglichkeiten über 200m auszuloten. Dabei musste sie zwar der glänzend aufgelegten Gina Lückenkemper (LAZ Soest, 24,41 Sek.) den Vortritt lassen, doch für sie war in erster Linie die Zeit wichtig.

Und da hatte die Gladbeckerin allen Grund zur Freude, denn sie steigerte sich gegenüber ihrer bisherigen Bestleistung um 62 Hundertstelsekunden.

„Ich wollte mit meinem 200m-Start ein Zeichen setzen, dass ich nicht nur auf die kurze Sprintstrecke und den Hürdensprint fixiert bin. Die 60m-Hürden habe ich daher heute bewusst ausgelassen und werde sie erst wieder bei den westdeutschen Meisterschaften in Leverkusen laufen.“

Auf den Mittelstrecken dominierte Janine Lins (TV Wattenscheid) mit 2:16,24 Minuten über 800m und 4:55,10 Minuten über 1500m. Die letzt jährige B-Jugend-DM-Fünfte über 800m hatte von Wattenscheid Coach Markus Kubillus die Order bekommen, auf beiden Strecken, die zeitlich fünfeinhalb Stunden auseinander lagen, lediglich „auf Sieg“ zu laufen.

Im 60m-Hürdensprint freute sich Laura Mossakowski (TV Gladbeck) über ihre neue persönliche Bestzeit von 8,75 Sekunden (bisher 8,77 Sek.). Grund zum Jubeln hatte auch Vanessa Mark (Teutonia Lanstrop), die als Mehrkämpferin im Hochsprung mit 1,72m einen neuen Hausrekord (bisher 1,69m) aufstellte. Im Weitsprung hatte Saskia Lutschak (LG Lemgo) als neue Titelträgerin überhaupt nicht mit ihrer neuen persönlichen Bestweite von 6,01m gerechnet, denn sie stand vorher mit 5,72m zu Buche.

Lilli Schnitzerling (LG Lippe-Süd) war tags zuvor noch in Wuppertal (4,12m, an 4,22m knapp gescheitert) gesprungen, so dass für sie die Spannung ein wenig raus war. Dennoch reichte ihre Höhe von 4,00m zu einem sicheren Titelgewinn.

Im Sprintbereich der männlichen Jugend U 20 räumten die Sprinter des TV Wattenscheid alles ab. Über 60m lag Jonas Lohmann in der neuen persönlichen Bestzeit von 6,93 Sekunden vor seinen beiden Teamkollegen Maurice Huke (6,98 Sek.) und Maximilian Ruth (6,98 Sek.).

„Obwohl mein Start nicht optimal war, bin ich mit meiner Leistung natürlich zufrieden, denn 2011 hatte ich eine Verletzung nach der anderen und nun scheint es, richtig zu laufen“ bemerkte der 18-jährige Wattenscheider, der früher einmal für Westfalen Liesborn startete.

Die 200m-Entscheidung war eine klare Angelegenheit für Maurice Huke in 21,93 Sekunden. „Für den frühen Zeitpunkt geht die Leistung für mich in Ordnung, denn ich bin in der Anfangsphase verhalten gelaufen und hatte leichte Probleme in der zweiten Kurve,“ berichtete der Schützling von Slawomir Filipowski.

Bei soviel Dominanz in den Einzel- Sprintwettbewerben wäre alles andere als ein Sieg des TV Wattenscheid (Huke, Lohmann, Ruth, Schneider) in der 4x200m Staffel (1:27,92 Min.) eine große Überraschung gewesen.

Spannend gestaltete sich der Stabhochsprung, den Pirmin Planer (LG Lippe- Süd) mit 4,60m (2011: 4,40m) vor dem höhengleichen Marvin Gregor (LC Paderborn) gewann. Pirmin Planer, der früher einmal Fußball und Tennis spielte, war vor fünf Jahren über seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Paul zur Leichtathletik gekommen.

Im Kugelstoßen erfreute Mehrkämpfer Andreas Karrasch (LC Paderborn) mit der Weite von 15,90m, mit der er vor Titelverteidiger Yannic Apel (LG Olympia Dortmund, 15,46m) gewann.

„Es hat einige recht gute Leistungen gegeben. Bedenklich war lediglich jedoch, dass viele Jugendliche, die gemeldet hatten, nicht angetreten sind. In einigen Disziplinen waren es bis zu 50 Prozent,“ kommentierte Jugendwart Wolfgang Rummeld.

 

Bildzeilen:

 

1. Die drei Erstplatzierten über 60m: Maximilian Ruth (3.) Jonas Lohmann (1.) und Maurice Huke.

 

2. Neue persönliche Bestleistung im Stabhochsprung: Pirmin Planer

 

3. Die beiden Gladbecker 60m-Finalistinnen: Marin Schiller (links) und Annika Drazek.

 

Von: Peter Middel