TV Wattenscheid strebt trotz einiger Ausfälle drei Titel an
23.02.2012
Michael Huke gibt sich im Vorfeld der Deutschen Hallen-Meisterschaften am Wochenende in Karlsruhe trotz einiger Ausfälle optimistisch: „Wir holen in der Europahalle drei Titel bzw. acht oder neun Medaillen.“
Im 60m- Sprint rechnet der Manager des TV Wattenscheid mit einem Doppelerfolg seines Vereins, wobei er sich nicht festlegen möchte, ob der Sieger Christian Blum oder Julian Reus heißen wird.“
Im 200m-Sprint stehen zum Teil Fragezeichen hinter Robin Erewa (Beugerverletzung), Alexander Kosenkow (Rückenbeschwerden) und Sebastian Ernst (Erkältung). Die besten Chancen auf einen Start hat Robin Erewa.
Recht gut vorbereitet auf die Titelkämpfe in der Europahalle hat sich David Filipowski, der hofft, über 60m-Hürden ins Finale zu kommen und dort einen der vorderen Plätze zu belegen.
Stabhochspringer Malte Mohr hatte zuletzt Probleme mit seinem linken Beuger, doch er ist rechtzeitig vor den Karlsruher Titelkämpfen wieder fit. Der deutsche Hallenmeister 2010 und 2011 hat in dem wieder erstarkten Björn Otto (LAV Bayer Uerdingen, 5,93m) einen ernsthaften Konkurrenten.
Bei den Damen trägt Yasmin Kwadwo die Hoffnungen des TV Wattenscheid im 60-Flachsprint. Hauptkonkurrentin wird für sie in erster Linie Verena Sailer bilden. „Meine Saison war bisher durchwachsen, aber ich habe gute Erinnerungen an Karlsruhe. Das motiviert zusätzlich “ zeigt sich die 21-jährige Wattenscheiderin optimistisch.
Über 200m ist die Situation bei den Damen ähnlich unklar wie bei den Männern, denn Maike Dix und Christina Haack werden aufgrund einer nicht überstandener Krankheit bzw. Verletzung erst vor Ort entscheiden, ob sie in Karlsruhe mitlaufen werden.
Über 400m führt Esther Cremer mit 53,73 Sekunden momentan die aktuelle DLV-Bestenliste an, so dass sie als Favoritin in der Europahalle an den Start geht. Für die 23-jährige Langsprinterin ist dies allerdings keine allzu große Bürde, denn sie analysierte vorher keine Teilnehmerlisten und versucht, nur ihr eigenes Rennen zu laufen.
Eine ähnlich gute Ausgangsposition hat Hochspringer Nadja Kampschulte, die mit 1,91m derzeit beste Springerin im DLV ist. Allerdings steckt die amtierende westdeutsche Meisterin momentan mitten im Abitur, so dass es in Karlsruhe sicherlich entscheidend sein wird, wie sie die Doppelbelastung verkraftet.
Kugelstoßerin Denise Hinrichs (TV Wattenscheid), die wegen eines Kreuzbandrisses 2011 komplett ausfiel, hofft in Karlsruhe auf ein erfolgreiches Comeback. Die 25-jährige Wattenscheiderin, die 2008 und 2009 deutsche Hallenmeisterin war, strebt in der Europahalle eine Medaille und eine Weite deutlich über 18 Meter an. Denise Hinrichs, die vor kurzem in Düsseldorf zum Aufwärmen bereits 17,20m erzielte, zeigt sich optimistisch: „Mein Knie hält, und auch körperlich bin ich sonst gut drauf. Lediglich technisch habe ich noch Probleme.“ Hauptkonkurrentinnen für die Wattenscheiderin sind in Karlsruhe die Olympiazweite von Athen, Nadine Kleinert (SC Magdeburg), und die Olympia-Elfte von Peking, Christina Schwanitz (LV Erzgebirge).
In der Freiluftsaison möchte sich die wieder genesene Denise Hinrichs für die Europameisterschaften in Helsinki und die Olympischen Spiele in London qualifizieren.
Diskussion Meisterschaftskonzept
Am Rande der Pressekonferenz in Bochum- Wattenscheid wurde auch das neue Meisterschaftskonzept des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, das eine Reduzierung der Teilnehmer vorsieht, diskutiert. „Man sollte wieder das Ganz über Normen regeln,“ meinte Sprinter Sebastian Ernst.
400m-Läuferin Esther Cremer sah die Diskussion aus dem Blickwinkel einer Athletin, die „nur“ die B-Norm hat. „Das geht ganz schön an die Nerven. Vor allem weiß man nicht, ob die Athletinnen und Athleten, die gemeldet haben, auch wirklich antreten,“ so Esther Cremer.
TV-01-Manager Michael Huke begrüßt, dass der DLV die deutschen Meisterschaften wieder attraktiver gestalten möchte. „Nur,“ so Hukem“ darf das nicht auf Kosten der Athleten gehen.“








