Stefanie Pähler und Tatjana Pinto gewinnen bei der U20-WM Staffel-Silber
04.08.2010
Mit einer Medaille hatten sie gerechnet, nicht jedoch mit der Zeit. Bei den U20-Weltmeisterschaften im kanadischen Moncton wirbelten Nadja Bahl (Potsdam), Leena Günther (Köln), Tatjana Pinto (Münster) und die überragende Schlussläuferin Stefanie Pähler (Dortmund) im 4x100m-Finale die Stadionrunde in sensationellen 43,74 Sekunden herunter und sprinteten damit hinter den USA (43,43 Sek.) auf den Silber-Rang.
„Das war ein Mega-Erfolg für uns,“ jubelten die überglücklichen DLV-Sprinterinnen. Schlussläuferin Stefanie Pähler, die mit 16 Jahren zu den jüngsten WM-Teilnehmerinnen gehörte, verriet:, „Ich war im Endlauf richtig aufgeregt. Da in einer Staffel viel passieren kann, habe ich nur gehofft, dass der Stab bei mir ankommt und dann auch unser letzter Wechsel gut klappt. Es hat alles gepasst. Dafür spricht auch unsere Zeit. Für mich ist in Moncton ein Traum in Erfüllung gegangen.“
Die DLV-Sprinterinnen erzielten im Vorlauf 44,52 Sekunden und liefen damit hinter den USA (43,56 Sek.) die zweitschnellste Zeit. Dabei zeigten sie allerdings Wechsel, die noch ausbaufähig waren. DLV-Trainer Alex Seeger gelang es jedoch, diese „Baustellen“ bis zum Finale zu beheben.
Auf welch hohem Niveau der Endlauf bei dieser U20-WM stand, unterstreicht die Tatsache, dass sich die US-amerikanische Staffel mit ihrer in Moncton erzielten Siegerzeit bei den Juniorinnen auf Platz vier der ewigen Weltrangliste einreihte. Das DLV-Quartett mit Stefanie Pähler schob sich in diesem Zahlenspiegel auf Rang neun. Vor 22 Jahren erreichte einmal eine DDR-Auswahl mit Grit Breuer und Katrin Krabbe 43,33 bzw. 43,48 Sekunden. Diese Leistungen wurden jedoch nicht anerkannt, weil die Veranstaltung nicht angemeldet war.
Die letzte WM-Medaille gewannen die DLV-Sprinterinnen 2000 bei den U20-Weltmeisterschaften in Santiago de Chile. Die DLV-Staffel, der u.a. die beiden Dortmunderinnen Katchi Habel und Sina Schielke angehörten, war jedoch mit 43,91 Sekunden langsamer als das DLV-Quartett von Moncton.
Stefanie Pählers Coach, Uli Kunst, verfolgte das 4x100m-Finale am heimischen Computer im Live-Stream. „Das ist natürlich ein Riesen-Erfolg für Steffi und Tatjana Pinto,“ befand Kunst, „für mich kommt er jedoch nicht ganz überraschend, denn ich habe die Mädchen im Training gesehen und wusste daher, was sie drauf haben.“ Seiner Meinung haben vor allem die drei Staffelmaßnahmen im Stadion Rote den DLV-Sprinterinnen sehr viel gebracht.
Robin Erewa (TV Wattenscheid) erkämpfte sich über 200m den fünften Rang in ausgezeichneten 21,09 Sekunden.
Der Wattenscheider bog als Siebter auf die Zielgerade ein und zog einen so starken Schlussspurt an, sodass die Bronzemedaille in greifbare Nähe kam. Am Ende setzten sich der Kanadier Aaron Brown (21,00 Sekunden) und der Südafrikaner Wayde van Niekerk (21,02 Sekunden) auf den Plätzen 3 und 4 durch. Der Wattenscheider wurde Fünfter. Gold gewann der Japaner Shota Iizuka in 20,67 Sekunden.
Nach dem Lauf war der Wattenscheider Nachwuchssprinter hin- und hergerissen, da er knapp an der Medaille vorbeischrammte: " Mit dem Finale hatte ich im Vorfeld ja gar nicht gerechnet. Ich bin die Kurve am Start einfach zu langsam angegangen und eigentlich hätte ich es auch schaffen müssen, unter 21 Sekunden zu laufen."
Kurz vor seinem Finallauf hatte er mit der 4x100-Meter-Staffel den Vorlauf bestritten. Der Schützling des Wattenscheider Trainers Slawo Filipowski qualifizierte sich mit der Germany Junior 4x100m Staffel mit 40,06 Sekunden für das Finale, in dem das DLV-Quartett in 39,97 Sekunden einen respektablen fünften Rang belegte.







