Silvester ohne Silvesterlauf nicht mehr vorstellbar
29.12.2011
Für sich und für andere etwas Gutes tun, kann man seit drei Jahrzehnten beim Silvesterlauf Werl/Soest, der der Größte dieser Art in Deutschland ist. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 1982, als der damalige Sportchef der Westfalenpost, Horst F. Tuneke, mit einer Vorbereitungszeit von nur zwei Monaten die Veranstaltung aus dem Boden stampfte,
um dem damals krisengeschüttelten Polen zu helfen. 500 Läuferinnen und Läufer sammelten durch den Erlös ihrer Startgelder 8301 DM für den guten Zweck.
Inzwischen beträgt die Spendensumme mehr als eine Millionen Euro. Bedacht wurden u.a. heimische Verbände, Institutionen und Gruppen.
Auch die Teilnehmerzahlen entwickelten sich im Laufe der Jahre kontinuierlich nach oben, 2010 ließen 6000 Langstrecklerinnen und Langstreckler trotz Eis und Schnee das Jahr sportlich ausklingen. 2006 zählte man 8296 Läufer, Walker und Inliner, was bis heute noch Teilnehmerrekord bedeutet.
Silvester ist für viele Läuferinnen und Läufer ohne den Silvesterlauf nicht mehr vorstellbar. Die Veranstaltung besitzt inzwischen bei vielen Sportlerinnen und Sportlern Kult-Charakter.
Die Stimmung auf und entlang der 15km-langen Strecke von Werl nach Soest ist einzigartig. Die begeistert mitgehenden Zuschauer im Start- und Zielbereich sowie entlang des Parcours sorgen zusammen mit den Musikgruppen bei allen Beteiligten für ein unvergessliches Erlebnis.
Anlässlich der Jubiläumsauflage wird es keine kostspieligen Champagner- Empfänge geben. Dennoch hat sich Organisator Ingo Schaffranka für den 30. Silvesterlauf etwas Besonderes einfallen lassen. So wurde zum runden Geburtstag extra ein Maskottchen kreiert. Gleichzeitig stellten die Organisatoren eine Wanderausstellung „Zum Thema 30 Jahre Silvesterlauf“ zusammen,
Zudem enthält die Finisher-Plakette einen Hinweis auf das 30-jährige Jubiläum. Eine besondere Ehrung werden 20 Läuferinnen und Läufer erhalten, die bisher bei allen 30 Silvesterläufen mitgelaufen sind.
Außerdem wird zur Jubiläumsaufgabe eine Prägemedaille herausgegeben, deren Verkaufserlös der Silvesterlauf-Stiftung zugute kommt.
Organisator Ingo Schaffranka heißt bei der Wohltätigkeitsveranstaltung jeden Spitzenläufer herzlich willkommen, aber er „kauft“ sie nicht ein. „Das Silvesterlauf-Komitee hat sich eindeutig dagegen ausgesprochen, Top- Leute zu bezahlen, denn das würde dem Sinn der Veranstaltung widersprechen,“ erläutert Ingo Schaffranka.
Trotzdem findet man in der bisherigen Siegerliste viele bekannte Athletinnen und Athleten, die sich zum „Nulltarif“ in den Dienst der guten Sache stellten. So zählte bereits der erste Sieger des Silvesterlauf, Manfred Schöneberg (Dortmund), mit Zeiten von 13:38,4 Minuten über 5000m, 28:40,16 Minuten über 10000m und 8:27,8 Minuten über 3000m-Hindernis zur damaligen deutschen Spitzenklasse. In der Ehrentafel befinden sich auch so renommierte Läufer wie Volker Welzel (Menden), Jens Wilky und Ansgar Varnhagen (beide Dortmund). Silvesterlauf-Geschichte schrieb auch der fünfmalige Sieger Jean Weijts (Menden), der den Traditionslauf fünfmal gewann und der mit fantastischen 43:33 Minuten immer noch den bis heute gültigen Streckenrekord hält. Im August dieses Jahres erhielt der Veranstalter jedoch die traurige Nachricht, dass der Belgier im Alter von nur 41 Jahren bei einem Trainingslauf verstarb.
In der Siegerliste der Damen befinden sich u.a. die beiden ehemaligen deutschen Marathon-Meisterinnen Gaby Wolf (Dortmund) und Sigrid Wulsch (Menden) sowie Heike Bienstein (Dortmund), die in diesem Jahr ihren fünften Erfolg in Reihenfolge anstrebt. Mit einer Prognose hält sich die frühere deutsche Juniorenmeisterin jedoch: "Ich habe erst vor kurzem mein Studium mit der Masterarbeit beendet und konnte daher nur eingeschränkt trainieren. Ob mein geringer Umfang reichen wird, weiß ich nicht." Konkurrenz erhält Heike Bienstein in erster Linie von Franziska Stebner (LC Paderborn), die im Vorjahr Zweite in 58:46 Minuten war.
Bei den Männern hat Vorjahressieger Daniel Schmidt (LG Remscheid), der im 2010 unerwartet am Start auftauchte, (noch) nicht gemeldet. So könnte der Weg frei sein für Jörg Heiner (SG Wenden), der nach beruflich bedingter "Auszeit" in diesem Jahr wieder zu früherem Leistungsvermögen zurückgefunden hat, oder Christof Neuhaus (Marathon-Club Menden).
Zur Jubiläumsauflage erwartet Ingo Schaffranka, der 1998 die Organisation dieser Traditionsveranstaltung übernahm, über 6000 Teilnehmer, für deren Wohl u.a. über 100 Helfer und zwölf Ärzte im Einsatz sind. „ An unseren Rekord von 8296 aus dem Jahre wagen wir momentan nicht zu denken, denn die es gibt in Deutschland auch andere gute Silvesterläufe,“ gibt sich Ingo Schaffranka realistisch.
Der Erlös des Silvesterlaufes kommt in diesem Jahr der Caritas Werl, der DLRG Soest und dem Soester Walpugishaus zugute.
Anmeldungen und weitere Informationen unter www. Silvesterlauf.com.









