Kinder-Leichtathletik wurde "heiß" diskutiert
25.11.2011
Diskussionsbedarf war reichlich vorhanden, doch alle waren um Sachlichkeit bemüht. Christina Geiseler zog daher nach der FLVW-Jahrestagung der Wettkampf- und Kampfrichterwarte in Werl ein äußerst positives Fazit: „Es war dank der vorbildlichen Vorbereitung durch Thilo Pohl eine recht harmonische Tagung mit sehr vielen guten Beiträge. Erfreulich war auch, dass wir lange gemeinsam mit dem Kampfrichterwarten getagt haben.“
Beim Veranstaltungsrückblick bedankte sich Christina Geiseler bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kreisen und Vereinen, die sich 2011 bei der Durchführung von Meisterschaften mit großem Engagement eingebracht haben. Insgesamt wurden im noch laufenden Jahr vier DLV-Titelkämpfe sowie 22 (!) westdeutsche und westfälische Meisterschaften durchgeführt.
Aufgrund der angespannten Finanzlage vieler Kommunen wird es jedoch immer schwieriger, in Zukunft Ausrichter von Meisterschaften von finden. Daher konnten erst nach aufwendigen Verhandlungen alle Titelkämpfe 2012 unter Dach und Fach gebracht werden. „Wir haben mehrere Stadien in Westfalen, die nicht mehr den erforderlichen Standards entsprechen. Daran wird sich in naher Zukunft wahrscheinlich nichts ändern,“ befürchtet Christina Geiseler, die dafür plädiert, Meisterschaftswettbewerbe in Vereinsveranstaltungen zu integrieren. Dies war 2011 u.a. am 12. Mai beim Läuferabend des LC Rapid Dortmund der Fall.
FLVW-Vize-Präsident „Leichtathletik“, Hans Schulz, zog aus westfälischer Sicht eine positive Bilanz der Saison 2011. Für das Highlight sorgte Desiree Singh (LG Lippe-Süd), die bei der U18-WM in Lippe mit ausgezeichneten 4,25m „Gold“ im Stabhochsprung gewann.
Bei der U20-EM in Tallinn gab es für die westfälischen Athletinnen und Athleten drei Titel durch Lena Malkus (LG Ratio Münster), die im Weitsprung mit 6,40m dominierte, sowie durch die beiden Nachwuchs-Sprinterinnen Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) und Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund).
Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu vertraten acht Athletinnen und Athleten die westfälischen Farben. Auf nationaler Ebene unterstrich der FLVW bei den deutschen Meisterschaften der Erwachsenen in Kassel mit jeweils fünfmal „Gold“ und „Silber“ sowie achtmal „Bronze“ seinen Führungsanspruch im DLV. Auch bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Jena zählte der FLVW mit 13-mal „Gold“, elfmal „Silber“ und fünfmal „Bronze“ zu den erfolgreichsten Landesverbänden im DLV.
Sportwart Hubert Funke wies darauf hin, dass die Leichtathletik in Westfalen flächendeckend angesiedelt ist. So waren an den Finalplätzen bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Jena 30 (!) westfälische Vereine beteiligt. „Daher sind die Zentralisierungsbestrebungen der so genannten Förderpartner im Nachwuchs meiner Meinung nach der falsche Ansatz,“ kritisierte Funke.
Ähnlich wie Christina Geiseler bezeichnete die westfälische Kampfrichterwartin, Sabine Hecker, die gemeinsame Tagung mit den Wettkampfwarten in Werl als äußerst harmonisch und produktiv. Einen großen Part nahm das Thema Kinder-Leichtathletik ein. Dabei tauschten sich die Anwesenden recht kritisch aus, wollen den Neuerungen aber nicht voreingenommen gegenüberstehen. Sowohl die Kreis-Wettkampfwarte als auch die Kreis-Kampfrichterwarte betrachten das Jahr 2012 als wichtige Testphase. Erst danach wollen sie eine abschließende Bewertung vornehmen.
Nicht abschätzen lässt sich zurzeit der Personaleinsatz bei der Kinder-Leichtathletik. Dürfen bei diesen neuen Wettkampfformen nur ausgebildete Kampfrichter eingesetzt werden, oder kann man auch Eltern und Übungsleiter, die man vorher eingewiesen hat, um Hilfe bitten? „Es gibt Fragen über Fragen, die sicherlich aber im Lauf der Zeit geklärt werden,“ zeigt sich Sabine Hecker optimistisch.
Auf dem Weg haben die Kampfrichter eine Überarbeitung der Kampfrichter-Datei gebracht, mit deren Hilfe man in Zukunft, auch kreisübergreifend, besser planen kann.
Tatsache ist nämlich, dass die Zahl der Unparteiischen im FLVW stagniert bzw. zurückgeht. Daher ist es notwendig, mit den vorhandenen personellen Resscourcen besser umzugehen.
Im Rahmen der Kampfrichter-Tagung wurde die Kampfrichter-Wartin des Kreises Minden, Ursula Preuße, mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ausgezeichnet.








