Jugendliche Annika Drazek stahl Erwachsenen die Schau
14.01.2012
Da einige Athletinnen und Athleten des TV Wattenscheid noch auf Teneriffa weilen bzw. noch nicht so früh in die Hallensaison einsteigen wollen, sorgte die Jugendliche Annika Drazek (TV Gladbeck, Bild) für die herausragenden Leistungen bei den westfälischen Hallenmeisterschaften der Männer und Frauen sowie der männlichen und weiblichen Jugend U 18 in Dortmund.
Die 17-jährige Gladbeckerin verfehlte bei ihrem souveränen Erfolg über 60m-Hürden mit ausgezeichneten 8,38 Sekunden den deutschen B-Jugend-Hallenrekord von Sophie Krauel (TUS Jena) aus dem Jahre 2002 lediglich um eine Hundertstelsekunde.
Eine hervorragende Vorstellung bot die glänzend aufgelegte Gladbeckerin auch im 60m-Flachsprint, den sie souverän in starken 7,58 Sekunden (Bestzeit 2011: 7,45 Sek.) vor der Paderbornerin Chantal Butzek (7,76 Sek.) und der Dorstenerin Katrin Schöne (7,95 Sek.) gewann. „Es passt zurzeit bei mir alles zusammen,“ strahlte die Schülerin von Jürgen Schlebach, die vor einem halben Jahr von der Realschule zum Gymnasium wechselte und sich momentan in der elften Klasse befindet. „Die Umstellung war nicht allzu groß, so dass ich Schule und Sport weiter gut in Einklang bringen kann,“ bemerkte Annika Drazek.
Die Gladbeckerin war im 60m-Sprint sogar noch schneller als Frauen-Siegerin Sinje Florczak (LC Paderborn), die sich riesig über ihre neue persönliche Bestzeit von 7,65 Sekunden, mit der sie im Finale knapp vor der Gladbeckerin Friederike Möhlenkamp (7,67 Sek.) lag. „Ich habe mich in letzter Zeit gar nicht so gut gefühlt. Dann habe ich zwei Tage Pause gemacht. Das hat mir wahrscheinlich heute die Lockerheit gebracht. Nun hoffe ich, dass ich meine verbesserte Grundschnelligkeit auch im Weitsprung umsetzen kann,“ erklärte die 25-jährige Paderbornerin, die nach ihrem zweijährigen Intermezzo beim Hamburger SV wieder zu ihrem früheren Verein zurückkehrte.
Lena Malkus begann mit 6,20m
Lena Malkus (LG Ratio Münster, Bild) gab im Weitsprung ihr diesjähriges Hallendebüt mit 6,20m. Damit sprang die Jugend- Olympiasiegerin genauso weit wie bei ihrem letzt jährigen Titelgewinn. „Für den Anfang bin ich mit meiner Leistung zufrieden, denn ich hatte vor den Titelkämpfen in Dortmund einen Infekt und musste daher im Training einige Tage kürzer treten,“ erläuterte die 18-jährige Münsteranerin.
Lena Malkus hatte zwei gültige Sprünge und zwei Weiten unter sechs Meter in ihrer Serie. „Technisch ist bei mir alles in Ordnung. Nur muss ich zurzeit die verschiedenen Bewegungsabläufe zu einem Gesamtpaket zusammenschnüren. Das werde ich aber im weiteren Verlauf der Hallensaison schaffen,“ zeigte sich die erfolgreiche Titelverteidigerin optimistisch..
Im Stabhochsprung meisterte Lilli Schnitzerling (LG Lippe-Süd), die im Vorjahr ohne gültigen Versuch blieb respektable 4,00m und war damit praktisch Allein-Unterhalterin. „Es ist natürlich immer schwierig, wenn man ohne ernsthafte Konkurrenz springt. So gesehen geht meine Leistung in Ordnung,“ erklärte die Zweite der U-20- EM von Tallinn. „Mein Ziel in diesem Winter ist, meine Hallenbestleistung von 4,15m zu übertreffen.. Ansonsten fokussiert mein gesamtes Interesse in diesem Jahr auf die U20-WM in Barcelona,“ erklärte die letzt jährige Deutschen Jugend-Hallenmeisterin.
Im Hochsprung verbesserte sich Nadja Kampschulte (TV Wattenscheid) gegenüber dem Hochsprung-Meeting in Clarholz um vier Zentimeter auf 1,83m und siegte damit vor Laura Voß (LAZ Soest, 1,77m) und Vivian Gregg (TSV Hagen, 1,77m). „Ich bin mit Leistung zufrieden, aber meine Sprünge sind noch zu unterschiedlich. Mit zunehmender Wettkampfpraxis hoffe ich jedoch, weiter an Stabilität zu gewinnen,“ erklärte die Schülerin von Brigitte Kurschilgen. Im Dreisprung legte Theresa Greb (LG Ratio Münster) gleich im ersten Versuch beachtliche 13,11m vor und ließ damit ihrer Teamkollegin Lena Saathoff (12,59m) keine Chance.
Monika Merl mit 1500m-Bestzeit
Im 1500m-Lauf wechselten sich die beiden Dortmunderinnen Monika Merl und Friederike Feil bis 1200m in der Führungsarbeit ab. Dann setzte sich Monika Merl in Führung und siegte in der neuen persönlichen Bestzeit von 4:23,90 Minuten vor ihrer Teamkollegin Friederike Feil die mit 4:31,63 Minuten ebenfalls einen neuen Hausrekord aufstellte.. „Das bisherige Wintertraining hat bei mir hervorragend angeschlagen,“ freute sich Monika Merl, die sich bei ihrer überzeugenden Vorstellung um fast fünf Sekunden verbesserte.
Am kommenden Sonntag möchte die frühere deutsche 800m-Meisterin zusammen mit Friederike Feil einmal über 3000m ihre Leistungsmöglichkeiten ausloten, bevor es für die beiden Dortmunderinnen am 3. Februar ins DLV-Trainingslager nach Südafrika geht.
Bei den Männern verbesserte sich Tobias Becker (LG Kindelsberg Kreuztal) als 200m-Sieger von 22,17 auf 21,96 Sekunden. Anschließend erklärte der Siegerländer, der im Zehnkampf eine persönliche Bestleistung von 7144 Punkten hat, dass er in Zukunft keinen Mehrkampf mehr bestreiten und sich „nur“ noch auf die 400m und die 400m-Hürden konzentrieren wird. „Ich sehe dort meine größeren Perspektiven, und auch der Aufwand ist dort geringer,“ erläuterte der Schützling von Adalbert Roßbach, der einen entscheidenden Anteil auch am Erfolg der LG Kindelsberg Kreuztal (1:28,37 Min.) über 4x200m hatte.
Im 60m-Sprint stellte Jan Quade (TV Wattenscheid) mit 6,85 Sekunden seine persönliche Bestzeit ein und schaffte damit die A-Norm für Karlsruhe.
Erfolgreiche Titelverteidigung für David Filipowski
Über 60m-Hürden gelang David Filipowski (TV Wattenscheid) in 8,00 Sekunden eine erfolgreiche Titelverteidigung, wobei er erst ab der dritten Hürde richtig ins Rennen kam.
Im Kugelstoßen überraschte Mehmet Yarimay (LG Olympia Dortmund), der von der Drehstoß- auf die Angleittechnik umgestellt hat, mit seiner Steigerung von 15,33m auf 17,10m.
Bei der männlichen/weiblichen Jugend U 18 gefiel neben Annika Drazek vor allem Sebastian Schürmann (SC Falke Saerbeck) mit seinem Doppelerfolg über 60m (7,00 Sek.) und 200m (22,00 Sek.). Auch die Kugelstoß-Weite von Patrick Held (TV Wanne, 16,83m) kann sich sehen lassen.











