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FLVW erfolgreichster Verband bei DJHM

25.02.2010

Mit 17 Medaillen waren die westfälischen Nachwuchsathleten die großen Gewinner bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Halle/Saale. In der Statistik der Titelkämpfe rangiert der FLVW mit achtmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze recht deutlich vor dem LV Brandenburg (13), dem LV Nordrhein (12) und dem LV Württemberg (11).

Gladbecker Meister

Fasst man die Medaillenzahlen  des FLVW und des LV Nordrhein zusammen, dann kommt der Westen auf  die stolze Zahl von  29 Plaketten (12/11/6). Erfolgreichster westfälischer Verein war der TV Gladbeck,  der es auf drei Gold- und eine Silbermedaille brachte. „Besonders erfreulich war, dass an der westfälischen Erfolgsbilanz mehrere Vereine beteiligt waren,“ kommentierte der Leistungssportkoordinator des FLVW, Winfried Vonstein.

 

Herausragende westfälische Einzelathletin war Stefanie Pähler (LG Olympia Dortmund), die nach Erfolgen  über 60m und in der 4x200m-Staffel zweimal „Gold“ mit nach Hause brachte.

Im 60m- Finale passte für die 16-jährige Dortmunderin alles. In der neuen persönlichen Bestzeit von 7,44 Sekunden fegte sie vor Tatjana Pinto (LG Ratio Münster, 7,49 Sek.), der sie zwei Wochen zuvor noch in Leverkusen unterlag,  und Franziska Braun (Dürener TV, 7,66 Sek.) durchs Ziel.

„Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe,“ strahlte die blonde Dortmunderin,  „Das war ein Superrennen. Bei der großen Leistungsdichte im Sprintbereich wäre ich heute schon mit einer Medaille  zufrieden gewesen.“ Großen Anteil an Stefanies großartigem  Erfolg hatte Trainer Uli Kunst, der seine Musterschülerin  punktgenau auf die Titelkämpfe in Halle vorbereitet hatte. „Insgeheim war ich sicher, dass Steffi gewinnt,“ verriet Kunst, „sie hat im Finale das alles richtig gemacht, was sie zwei Wochen zuvor in Leverkusen bei ihrer Niederlage gegen Tatjana Pinto alles falsch gemacht hatte.“

Zehn Minuten  nach ihrem Gold-Sprint musste Stefanie Pähler zum Weitsprung antreten. Bei dieser kurzen Zeitspanne  fehlte ihr die entsprechende Vorbereitung, so dass sie große Anlaufschwierigkeiten hatte und mit der für sie bescheidenen Weite von 5,63m bereits im  Vorkampf  ausschied.

 

Eine reine westfälische Angelegenheit war die Titelvergabe über 200m. Friederike Möhlenkamp (TV Gladbeck) konnte nach spannendem Kampf erst auf den letzten Metern in ausgezeichneten 24,16 Sekunden die überraschend starke Dortmunderin Katharina Grompe (24,28 Sek.), die kurz vor dem Ziel ins Stolpern kam, bezwingen.

"Auf der Zielgeraden war es sehr knapp. Aber ich weiß, dass ich hinten raus stark bin. Ich war auf Bahn vier, da kann man aus der letzten Kurve den Schwung am besten mitnehmen. Es tut mir leid, dass Katharina Grompe kurz vor dem Ziel gestolpert ist, sonst wäre es richtig eng geworden,“ erklärte die Gladbeckerin, die sich im Sommer auf die 400m- Strecke konzentrieren möchte, weil sie dort ihre größeren Chancen im Hinblick auf die U20-WM im kanadischen Moncton sieht.

 

Im Hochsprung präsentierte sich U20-Weltmeisterin Kimberly Jeß (Bayer Leverkusen) nicht in Bestform. Nadja Kampschulte (TG Harkort Wetter) nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich mit neuer Bestleistung von 1,85 m den Titel vor Melina Brenner (LG Wipperfürth, 1,83m) und Malaika Mihambo (LG Kurpfalz, 1,81m). „Ich bin gut in den Wettkampf gekommen und habe alle Höhen im ersten Versuch gemeistert. Nach dem Ausscheidungen von Kimberly Jeß bin ich etwas entspannter gesprungen, aber ich wusste, dass ich die 1,85m schaffen kann,“ sagte die letzt jährige Hallen-DM-Fünfte .

 

Julia Dieckmann auf die Minute topfit

 

Im Dreisprung  war Julia Dieckmann  auf die Minute topfit. Die noch zur B-Jugend zählende Gladbeckerin setzte sich mit der neuen persönlichen Bestweite von 12,89m vor der Favoritin Neele Eckhardt (TSV Asendorf, 12,66m) durch. Julia war nach ihrem Titelgewinn überglücklich: „Auf diesen Wettkampf war  meine ganze Hallensaison ausgerichtet. Wir haben viele Anlaufkontrollen gemacht. Es war  auch wichtig, dass ich ruhig geblieben bin und nicht zuviel erwartet habe.“

 

Im Weitsprung verbesserte die hervorragend aufgelegte Lena Malkus (LG Ratio Münster), die ihre Technik auf den Laufsprung umgestellt hat, ihre diesjährige Hallenbestweite von 6,14m auf ausgezeichnete 6,22m und ließ damit Lisa Kurschilgen (Bayer Leverkusen, 6,08m) und Anna-Marie Finger (SC Potsdam, 6,01m) keine Chance. „Es war ein schöner Wettkampf. Nur draußen bin ich bisher einmal weiter gesprungen. Dabei habe ich mit einem ungültigen Versuch angefangen. Wettkämpfe, die mit einem Ungültigen anfangen, sind bei mir oft schlecht. Da hatte ich mir schon Sorgen gemacht. Der dritte Sprung war dann aber schon mein Siegsprung,“ freute sich  die Münsteranerin.

 

Dominic Korbar (TV Gladbeck), der wie Julia Dieckmann von Jürgen Schlebach betreut wird, zeigte sich im Dreisprung anlaufmäßig verbessert und holte sich mit der neuen persönlichen Bestweite von 14,78m den Titel vor Andreas Scheible (TV Engen, 14,71m). Der letzt jährige Deutsche B-Jugend-Vizemeister zeigte sich nach dem Wettkampf überglücklich: „Ich habe gut trainiert und war motiviert. Außerdem bin ich von meinen Teamkollegen gut angefeuert worden. Wenn der Anlauf noch besser wird, kann ich auch 15 Meter springen. In der Sommersaison will ich das schaffen.“

 

In der  4 x 200m-Staffel wurde der TV Wattenscheid in der Besetzung Robin Erewa, Andreas Jenk, Sascha Eder und Jannis Klatt seiner Favoritenposition gerecht und dominierte vor dem TV Gladbeck (1:29,42 Min.) und dem SCC Berlin (1:29,78 Min.). Zuvor hatte Staffelläufer Sascha Eder über 400m mit respektablen 48,53 Sekunden „Silber“ geholt.  

 

Von den vielen platzierten westfälischen Athleten gefiel vor allem Daniel Krüger (LG Dorsten), der über 3000m mit seinem zweiten Rang in 8:28,56 Minuten das Optimum für sich herausholte.

 

Peter Middel

Von: Peter Middel