Volkslauf

Volksläufe für Jung und Alt
Die Volkslaufgeschichte
Am 13. Oktober 1963 fand der erste Volkslauf in Bobingen in Bayern statt. Otto Hosse, der spätere erste Volkslaufwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hatte die Idee des Volkslaufs aus der Schweiz übernommen, aber nicht dessen paramilitärischen Aspekte.
1958 nimmt Karl Nagel an einem Volkslauf in der Schweiz teil. Er zahlt ein relativ hohes Startgeld, bleibt im zeitlichen Limit und erhält eine Medaille. Seine Freunde im ETV Dottikon sind voller Skepsis. Man spricht von „gekauften“, nicht erstrittenen, Auszeichnungen. Doch die Volkslaufidee setzt sich durch.
1965 wurde der Volkslauf in das Wettkampfprogramm des DLV aufgenommen. So steht es dann geschrieben: Die Durchführung von Volksläufen und Volksgehen soll breiten Schichten der Bevölkerung Gelegenheit geben, sich aktiv sportlich zu betätigen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat sie in sein Übungs- und Wettkampfprogramm aufgenommen, um auf diese Weise einen Beitrag zum »Sport für alle« zu leisten, die Volksgesundheit zu verbessern und Freude am einfachen sportlichen Tun zu wecken. Es dürfen nur reine Lauf- und Gehwettbewerbe ohne zusätzliche Erschwernisse für die Teilnehmer (z. B. Gepäck) durchgeführt werden.
Volksläufe und Volksgehen sind offen für alle; Mitgliedschaft in einem Verein ist nicht erforderlich.
Sollzeiten sind nicht mehr aktuell
Als Mindestleistung werden Sollzeiten in den Läufen der Erwachsenen und für alle Gehwettbewerbe festgesetzt. Bei ebenem oder leicht hügeligem Gelände betragen sie für das Laufen: Männer, Hauptklasse: 6:00,0 Min. pro km / Frauen, Hauptklasse: 6:30,0 Min. pro km usw., je Altersklasse gibt es zeitliche Aufschläge.
Wer im Limit bleibt, erhält eine Medaille oder eine andere Auszeichnung, die preislich in einem Verhältnis zum Stargeld steht.
Von dieser Regelung hat man sich immer mehr verabschiedet und sich mehr und mehr dem Wettkampfmodus zugewandt.
Eine Erfolgsgeschichte
Werden Erfolge nach Teilnehmerzahlen bewertet, so ist der Volkslauf eine Erfolgsgeschichte. 29.248.502 nahmen seit 1964 an Volksläufen in der Bundesrepublik und im späteren Gesamtdeutschland teil. Der FLVW kann mit etwa drei Millionen Teilnahmen in der Zeit aufwarten.
Seit den Anfängen vermehrte sich fast ununterbrochen sowohl die Anzahl der angebotenen Volksläufe als auch die Gesamtteilnehmerzahl. Verstärkt wurde dieser Trend durch die allgemeine Fitnesswelle.
Bereits Anfang der sechziger Jahre berichteten die Medien über einen möglichen Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und bestimmten Krankheiten.
Deshalb ist bei den Volksläufen der Gedanke der Gesundheitsvorsorge von besonderer Bedeutung. Unter Berücksichtigung der zu erwartenden klimatischen Bedingungen finden deshalb auch die meisten Volksläufe im Frühjahr und Herbst statt.
Volkslauf – Straßenlauf – „Fun-Läufe“
Volksläufe werden meist über Distanzen von 5 km bis Marathon (42,195 km) ausgetragen und finden auf unterschiedlichen Bodenbelägen statt. Im Gegensatz zum Straßenlauf gibt es weniger einschränkende Bestimmungen.
Beim Volkslauf ist weder eine Vereinsmitgliedschaft noch der Besitz eines Startpasses erforderlich. Häufig sind die Strecken nicht nach den Richtlinien des Leichtathletik-Verbandes amtlich vermessen. Die so erzielten Zeiten sind dann auch nicht bestenlistenreif. Wegen der breitensportlichen Ausrichtung der Volksläufe ist das auch von nachrangiger Bedeutung.
Die Grenzen zwischen Volks- und Straßenlauf sind aber fließend. Viele Veranstaltungen, vor allem die großen Cityläufe, werden als „kombinierter Straßen- und Volkslauf“ durchgeführt. Dabei sind die strengen Kriterien des Straßenlaufs bezüglich der Streckenvermessung zu erfüllen. Es können aber gleichzeitig auch vereinsungebundene Läufer teilnehmen. Für Meisterschaftswertungen und Bestenlisten werden dann allerdings nur Startpassinhaber berücksichtigt.
Bei Volksläufen werden im Gegensatz zu reinen „Fun-Läufen“ die Laufzeiten und Platzierungen der Läufer ermittelt.
Eine Übersicht
über die Veranstaltungen großer Volksläufe bietet der Laufkalender
Auskunft und Informationen
zu den Volksläufen erhalten Sie darüber hinaus von Klaus-Peter Münzer als zuständigem hauptamtlichen Mitarbeiter des FLVW und Karl Nagel sowie Leo Monz-Dietz als zuständige Mitglieder im F+B Ausschuss des FLVW.







