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Umstellung bei den D-Junioren auf "9gegen9"

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer warb seit Jahren dafür, bei D-Juniorenfußballern nur noch mit Neunermannschaften auf kleinerem Platz spielen zu lassen. Der DFB-Bundestag hat den Beschluss dazu jetzt gefasst, Verbände und Kreise werden die Neuerungen ab der Saison 2011/2012 auf den Weg bringen.

Der Deutsche Fußball-Bund warb deutlich für die neue Gruppenform und Spielfeldgröße. Schon das „Training auf einem Kleinfeld fördert die Kleinraum-Motorik. Zu Gunsten vieler Ballkontakte und einer daraus resultierenden gesteigerten Spielfreude bei jedem Einzelnen sollten die Jugendlichen möglichst lange in den Genuss kommen, auf relativ engem Raum Fußball zu spielen.“ Auf einem Großfeld „und bei Elf-gegen-Elf“ würden „gerade die körperlich schwächeren, oft aber talentierten Kinder die Lust verlieren.“ Und der DFB ergo die Talente.

Diese Änderung basiert nicht vornehmlich auf dem Aspekt der demografischen Entwicklung. Die Ausbildung und Förderung der Jungen und Mädchen im „goldenen Lernalter“ zwischen elf und zwölf Jahren steht eindeutig im Vordergrund. Hier sind es auch gerade die sportlichen Argumente die überwiegen. Klar sind organisatorische Erfordernisse wie z. B. mehr Bedarf von Trainern/Betreuern, Spielfeldaufbau, oder Spiel- und Trainingsplanung zu lösen. Diese gilt es jedoch als Herausforderung im Interesse der Nachwuchskicker anzunehmen.

Ab der kommenden Spielzeit spielen bei den D-Junioren nunmehr neun gegen neun. Acht Feldspieler pro Team treten auf einem schmaleren Spielfeld an, das zwischen den beiden 16-Meterräumen des normalen Platzes gezogen wird. Alternativ kann auch auf einen halben Platz quer gespielt werden. Die Tore sind wie bisher schon kleiner als bei den Senioren (also 5 m x 2 m „Jugendtore“). Aktuell spielen D-Junioren in 11er-Mannschaften schon auf die Jugendtore, die am Torraum eines normalen Platzes stehen.

„Sportlich ist die Änderung ein absoluter Gewinn – jeder Spieler ist mehr eingebunden, hat mehr Zweikämpfe und Ballkontakte,“ freut sich FLVW-Verbandsfußballlehrer Maik Halemeier schon jetzt auf noch besser ausgebildete Spieler in den Vereinen und Stützpunkten. Thomas Fuchtmann, DFB-Stützpunkttrainer im Kreis Münster/Warendorf, befürwortet die Änderungen ausdrücklich: „Wir haben doch jahrelang erlebt, dass viele Talente und Mannschaften im Elf-gegen-Elf überfordert sind und das spielerische Element oftmals auf der Strecke bleibt.“

Der spieltechnische Aufbau in den Altersklassen ist demnächst mehr an der körperlichen Entwicklung ausgerichtet. Bei den E-Junioren spielen 7er-Teams, erst ab dem C-Juniorenalter dann Elf-gegen-Elf.

Die Verbandsverantwortlichen aus dem Jugendbereich kennen aus den vielen Kontakten mit den Klubs deren Sorgen und Nöte, die sich konkret aus den Neuerungen ergeben. Zumindest die größeren Vereine, die viele Teams melden, haben ein echtes Problem: Wenn sie pro D-Juniorenteam weniger Spieler aufnehmen können, werden sie mehr Mannschaften bilden müssen. Das erfordert zugleich mehr Trainer, mehr Betreuer, mehr Spiele am Wochenende – bei gleich bleibender Trainingsfläche. In ländlichen Regionen, wo der Boom nicht greift, lässt sich aber der Spielbetrieb mit kleineren Teams besser aufrechterhalten.

 



9 Punkte Für 9gegen9 bei D-Junioren

Spielszenen 11gegen11 und 9gegen9

Vom Mini-Kicker zum Nationalspieler