Sport kennt keine Grenzen
Die Pflege der Internationalen Begegnungen ist ein weiterer Schwerpunkt in der Jugendarbeit des FLVW. Beruhend auf einer jahrzehntelangen Erfahrung, hat diese Mission nichts von ihrer Wirksamkeit verloren. Vielmehr sind seit den siebziger Jahren neue Partner hinzugekommen oder auch in wenigen Fällen bestehende Verbindungen ausgelaufen. Doch immer standen sie unter der Prämisse, einerseits der sportlichen Entwicklung junger Fußballer zu dienen sowie andererseits – und das war mindestens ebenso effektiv – gleichaltrige junge Menschen anderer Nationen und Kulturen kennen zu lernen.
Rückblickend kann diese Zielsetzung als gelungen angesehen werden. Die Besuche hüben wie drüben beschränkten sich keineswegs auf das ein oder andere Vergleichsspiel. Sie mögen vielleicht letztlich immer einer der Höhepunkte gewesen sein, doch die direkten Kontakte der jungen Akteure im gemeinsamen Training und in den Freizeiten trugen oft dazu bei, Vorbehalte abzubauen, sich trotz unterschiedlicher Charaktere besser kennen zu lernen, und nicht selten entstanden Briefkontakte, die über einen längeren Zeitraum Bestand hatten. Zwar behinderten nicht nur sprachliche Barrieren die anfänglichen persönlichen Kontakte mit den jungen Bulgaren, doch das änderte sich Ende der achtziger Jahre. Gerade bei den Spielen gegen die bulgarischen Nationalmannschaften machten die Auswahlspieler Westfalens erste Bekanntschaften mit internationaler Härte, die ihnen Grundlagen zu späteren Erfolgen waren. Land und Menschen am Schwarzen Meer beeindruckten die jungen Spieler durch ihre Kultur, die ihnen stets durch einen begleitenden Pädagogen näher gebracht wurde.
Als eine Episode kann über eine wenige Jahre bestehende Verbindung mit Arizona berichtet werden. Doch darf die Fußballjugend für sich in Anspruch nehmen, auch in Amerika in Sachen Fußball Aufbauarbeit geleistet zu haben.
Von längerem Bestand ist da schon die Zusammenarbeit mit dem Fußballverband Irland, von dem die Jugendlichen beider Verbände profitiert haben. Die sprichwörtliche Härte und ein hohes Engagement der Fußballer von der Insel haben die Westfalen kennen gelernt und das half ihnen in ihrer Entwicklung zur Perfektion. Die seit mehr als 30 Jahren bestehende Verbindung mit dem Verband Leinster hat rückblickend den Verbandstrainern wichtige Hinweise für die Arbeit mit den Auswahlspielern geliefert, sie wird auch künftig jungen Spielern in ihrer Entwicklung helfen.
Mehr als zehn Jahre besteht inzwischen eine Verbindung mit dem Jugendfußball in Namibia, eigentlich vorrangig unter dem Aspekt der Hilfe für junge Menschen in einem Land, deren Menschen noch nah an der Armutsgrenze leben. Und aus dem Anlass hat die Fußballjugend Westfalen eine zweite Hilfsaktion gestartet, mit der jungen und fußballbegeisterten Kickern im Land geholfen werden soll, ihrem Lieblingssport nachzugehen. Der Jugendfußball in Namibia ist ein Bestandteil der Schulen und untersteht somit dem zuständigen Ministerium. Neben der materiellen Hilfe läuft seit einigen Jahren mit finanzieller Unterstützung der Fußballjugend Westfalens ein erfolgreiches Programm der Aus- und Fortbildung von Lehrern an namibischen Schulen als lizenzierte Trainer. Das gesamte Engagement, einschließlich der sportlichen Begegnungen, zeigt deutliche Erfolge in der Entwicklung des Jugendfußballs in einem dünn besiedelten, großen Land Afrikas. Bei dieser Begegnung darf die soziale Komponente ohne Skrupel vor der sportlichen rangieren, das weiß auch sehr wohl die Regierung des Landes zu schätzen.
Während die vorgenannten Aktivitäten von gegenseitigen mehrtägigen Besuchen geprägt sind, muss die grenznahe Begegnung mit dem Nachbarn Niederlande als eine mit sportlich hohem Stellenwert bezeichnet werden. Vorbereitungsspiele im Grenzbereich helfen den zuständigen Verbandstrainern in ihrer Arbeit bei anstehenden Deutschen Meisterschaften der Landesverbände und tragen zugleich deutlich zur weiteren positiven Entwicklung der jungen Akteure bei.









