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FLVW-Jugendvertreter diskutierten bei DFB-Jugendfachtagung Zukunftsthemen

22.02.2010

„Jugendfußball zukunftssicher gestalten“ lautet das Motto der Tagung am 19./20. Februar 2010 in Hannover. Die Reaktion des Fußballs auf die demographische Entwicklung in Deutschland war das zentrale Thema, das in die beiden Teilbereiche Spielbetrieb und Qualifizierung untergliedert ist. DFB-Vizepräsident Drewitz wies vor rund 250 Teilnehmern - den Jugendobleuten der Fußball-Kreise, den Bildungsreferenten aus dem Norden Deutschlands und dem Jugendbeirat - auf die gute Verzahnung des DFB mit der Basis hin. „Unsere Aktion ‚1000 Mini-Spielfelder’, das Zusammenspiel von Schule und Verein, die Aktion Grundschullehrer ‚20.000 plus’, Team 2011 und das DFB-Mobil sind Aktionen, mit denen wir diesem Anspruch gerecht werden. Die Basis wird direkt angesprochen. Das ist ein Quantensprung für den DFB“, erklärte der DFB-Vizepräsident. Vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen beteiligten sich 26 Vorsitzende der Kreisjugend-Ausschüsse und einige Mitglieder des Verbands-Jugend-Ausschusses an den zielgerichteten Diskussionen in den Arbeitsgruppen. Sieben Kreise waren leider bei diesem Gestaltungsprozess nicht vertreten.

Sammer: „Die Entwicklung der Spieler ist entscheidend“

Konkrete Maßnahmen benannte Matthias Sammer. Der DFB-Sportdirektor hielt ein flammendes Plädoyer für die Reform von Spielfeldgrößen zur Unterstützung einer altersgerechten Entwicklung. Der Europameister von 1996 stellte zwei Modelle für den Altersbereich der D-Junioren vor: Die Spielformen sieben gegen sieben auf „halbem“ Spielfeld und neun gegen neun zwischen den 16-Meter-Räumen eines Spielfeldes.

 

„Die Entwicklung der Spieler ist entscheidend. In dieser Altersklasse durchlaufen die Talente verschiedene Entwicklungsphasen. Diese Spielformen tragen der Komplexität des Fußballs Rechnung. Sie bringen eine höhere Anzahl von Ballkontakten, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination werden geschult. Zudem ergeben sich mehr Eins-gegen-Eins-Situationen. Spielpositionen werden nicht zu früh festgelegt. Und das wichtigste für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Nachwuchsspieler: Die Spielfreude wird gesteigert“, so der DFB-Sportdirektor, der die Leitfunktion des Verbandes unterstrich und Überzeugungsarbeit leistete.

 

Brückenschlag von 2005 über 2007 nach 2010

Hans-Peter Becker, Mitglied im DFB-Jugendausschuss, nahm in einem Referat eine Bestandsaufnahme des Jugendfußballs vor und präsentierte Beispiele für gelungene Reformen. Zugleich schlug er die Brücke zwischen drei entscheidenden Ereignissen: Der Jugendfachtagung 2005 in Fulda, wo der DFB über die demographische Entwicklung in Deutschland - die Überalterung des Gesellschaft - informierte. Die Tagungen 2007, wo der Dialog intensiviert wurde.

 

Im zweiten Teil des ersten Tages stellte sich Petra Klug von der Bertelsmann-Stiftung dem Dialog mit Manfred Prömel vom FLVW. Das Thema: „Demographische Entwicklung - Infrastrukturplanungen der Kommunen. Wie ist der Sport betroffen?“ Nach einem Videobeitrag, der satirisch zeigte, wie ein Sportplatz in der Zukunft zu einem Altenheim umfunktioniert wurde, erörterten die Teilnehmer ein Zukunftsszenario. In Arbeitsgruppen wurde anschließend die Themen Kleinfeldfußball, Juniorenfördervereine und Reformen im Mädchenfußball diskutiert.

 

"Wir haben Verantwortung für den Jugendfußball. Und wir müssen die Zukunft gestalten. Der DFB hat sich mit diesem Termin ein Meinungsbild von der Basis verschafft. Dieses werden wir in Ergebnisse umwandeln. Wir wollen den Dialog fortsetzen und ihre Wünsche erfüllen", erklärte Peter Frymuth, der Vorsitzende des DFB-Jugendausschusses in seinem Schlusswort zur Jugendfachtagung in Hannover. Zwei Tage lang hatten die Kreis-Jugendobleute, die Bildungsreferenten der Landesverbände, die Mädchenreferentinnen und der Jugendbeirat intensiv unter dem Motto "Jugendfußball zukunftssicher gestalten" diskutiert.

 

Drei Dinge hatte DFB-Vizepräsident Dr. Hans-Dieter Drewitz in seiner Eröffnungsansprache formuliert: Den unmittelbaren Kontakt zum offenen Austausch zu nutzen, wichtige Inhalte zu behandeln, sowie Entwicklungslinien und Entscheidungshilfen aufzeigen. "Bei den Fachtagungen 2005 und 2007 wurden viele interessante Vorschläge entwickelt, die beim folgenden Bundestag umgesetzt wurden. So soll es auch diesmal sein", formulierte Drewitz im Hinblick auf den DFB-Bundestag in Essen im Oktober dieses Jahres. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen deuten darauf hin, dass seine Prophezeiung eintreffen wird.

 

Qualifizierung als Hauptthema am Samstag

Nachdem am ersten Tag der Spielbetrieb im Zentrum des Treffens stand, war am Samstag die Qualifizierung das Thema der Tagung. Peter Frymuth erläuterte die Rolle der Kreis-Jugendobleute im Qualifizierungsprozess. "Diese Rolle bleibt leider in der öffentlichen Wahrnehmung häufig im Dunkeln. Aber sie sind die Chance für den DFB, die Landesverbände und die Vereine. Wir müssen diese Chance nutzen und unsere gemeinsame Verantwortung wahrnehmen. Sie sind das Sprachrohr, das mit der Basis im Dialog steht", rief Frymuth den rund 250 Anwesenden zu. In einem von drei Beiträgen, präsentierte Michael Mengel, Vorsitzender des Kreisjugend-Ausschusses Recklinghausen, ein Beispiel gelungener „Qualifizierungsoffensive“ an der Basis.

 

Eine vorgelegte Umfrage unterstützte die Ausführungen Frymuths und lieferte interessante Denkanstöße. Diese wurden durch Beispiele aus einzelnen Landesverbänden vertieft.

 

In der nachfolgenden Arbeitsgruppe nutzten die Vertreter des FLVW die Zeit, um miteinander über ihre kommenden Aufgaben zu sprechen. Ergebnis der angeregten und produktiven Runde waren vier für alle Kreise bedeutende Aufgaben, die mit konkreten Schritten und Kooperationspartnern hilfreich ergänzt wurden.

 

TEAM 2011 auswärts unterwegs

DFB-Abteilungsleiter Wolfgang Staab informierte anschließend über "TEAM 2011", die Schul- und Vereins-Kampagne zur Frauen-WM 2011 in Deutschland. Ziel ist es, das Thema Mädchenfußball bundesweit attraktiv zu transportieren. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen. "Dort sind wir Gäste, haben quasi ein Auswärtsspiel. Wir alle sind aufgefordert, auf die Menschen zuzugehen und sie einzuladen. Bringen Sie unser Thema bei Fortbildungen, Elternabenden und ähnlichen Gelegenheiten ein. Denn wir brauchen Menschen, die unsere Sache unterstützen." Lobendes Beispiel ist der KSV Berstadt aus der Wetterau in Hessen, der in Zusammenarbeit mit der Jim-Knopf-Schule in Wölfersheim als erster Verein alle Kriterien erfüllt hat und demnächst geehrt wird.

 

Anfang März werden die Jugend-Experten aus Süddeutschland in Frankfurt eingeladen, um ebenfalls über die demographische Entwicklung zu diskutieren. Damit der Fußball in Deutschland auch im neuen Jahrzehnt auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist.

 

Haupttext: Quelle www.dfb.de