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Futsal drängt nach vorn

15.02.2010

Futsal steht vor dem Durchbruch. Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Hallenfußball nach FIFA-Regeln (Futsal) für eine gute Ausbildung und Entwicklung der Spieler förderlich ist und kein Hemmnis für ihre fußballerische Entwicklung darstellt. Einer seiner größten Befürworter ist der Vize-Präsident Freizeit- und Breitensport des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), Klaus Jahn. Im Gespräch mit WestfalenSport äußert Jahn sich über die Zukunft des Futsal.

WestfalenSport: Wie ist es in Westfalen um den Futsal bestellt?

Klaus Jahn: Bisher ist im Westfalenland zu beobachten, dass neue Mitglieder gewonnen werden konnten, wenn Universitätsmannschaften und freie Mannschaften in die Westfalen-Liga drängen. Auch im Juniorenbereich wird immer mehr Futsal gespielt, zumal zunehmend mehr Lehrer sich dieser Art von Hallenfußball zuwenden.

WestfalenSport: Was macht den Futsal denn für die Schulen so attraktiv?

Jahn: Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Zum einen ist der sprungreduzierte Ball schneller und besser zu kontrollieren. Zum anderen ergibt die „eingebaute“ Fair-Play-Regelung ein Spiel, das diesem Gedanken deutlich mehr entspricht als der gewohnte Hallenfußball mit Bande, bei dem einige Spieler meinen, die rohe Kraft würde sie vorwärts bringen. Untersuchungen mit Kindern von Grundschulen zeigen deutlich, dass die Ballbeherrschung schneller erlangt wird und dass insbesondere jüngere Kinder, und hier besonders die Mädchen, die Angst vor dem Ball gar nicht erst entwickeln. Schwieriger wird es im Altherren-Bereich, da es problematisch ist, diese Fußballer „umzustellen“.

WestfalenSport: Also ist Futsal eine klassische Schulsport-Variante?

Jahn: Im Gegenteil, alle können Futsal spielen: Männer, Frauen, Jungen, Mädchen, freie Mannschaften, gemischte Mannschaften, Universitätsmannschaften, Lehrermannschaften, Mannschaften aus Betrieben, Mannschaften aus Behörden, Mannschaften der Polizei, und, und, und.

WestfalenSport: Inwieweit kann und will der FLVW dem Futsal Obdach geben?

Jahn: Alles, was Fußball spielt, sollte das auch unter dem Dach des FLVW und des DFB tun. Daher auch das starke Bemühen um diese Spieler. Nun hat der DFB seit einiger Zeit unter anderem das Spielen in gemischten Mannschaften erlaubt: Es können also Männer und Frauen gemeinsam in Mannschaften spielen – beispielsweise beim Futsal - „just for fun“! Hier tun sich neue Perspektiven auf für unsere Kreise. Neue Turniere, womöglich bis hin zu Kreismeisterschaften. Hier kann also auch im Sinne von Mitgliedergewinnung erheblich die Werbetrommel gerührt werden.

WestfalenSport: Mit dem Futsal stehen Sie in Konkurrenz zu anderen „klassischen“ Hallensportarten, auch im Kampf um Hallenzeiten.

Jahn: Natürlich kommt das Problem zum Schluss. Allenthalben bekommt man geantwortet: „Ja, das mag ja alles richtig sein! Aber bei uns geht das nicht! Wir bekommen nicht genug Hallenspielzeiten zur Verfügung gestellt.“ Dieses Totschlagargument zählt nur bedingt, wenn überhaupt: Wenn man gewillt ist, Futsal anzubieten, dann kann man die üblichen Spiele in der Halle, für die jetzt schon Zeiten zur Verfügung stehen, in der Tat nach FIFA-Hallenregeln spielen lassen. Was spricht dagegen? Zum anderen darf man bei seiner Gemeinde, bei seiner Stadt getrost argumentieren, dass Futsal als Hallenfußball nach FIFA-Regeln gleichberechtigt neben Volleyball, Handball und anderen Hallensportarten steht! Es gibt also Bewegung in der Futsal-Szene.


WestfalenSport: Danke für das Gespräch.