Mein Verein ist meine Gestaltungsaufgabe - mitbauen am Gemeinschaftswerk

Jeder Verein hat ein Leitbild
Mitarbeiter wollen sich einbringen können. Mit eigenen Ideen, Wünschen und Zielen an einer gemeinschaftlichen Gestaltungsaufgabe mitwirken. Nicht einfach nur Sachzwänge bewältigen, die Gegenwart verwalten, nein, mit begeisternden Lösungen, Zielen, Visionen die Zukunft gestalten! Dabei gilt: Je begeisternder die Ziele, umso grösser der Einsatz.
Jeder Verein hat ein Leitbild
Ein Leitbild ist eine Sammlung von Werten, Idealen und Zielen, aus der sich alles ableiten lässt, was in einem Verein an Arbeit und Entwicklung geleistet wird. Manche Vereine haben sich ein Leitbild gegeben, es mit Leben erfüllt und es regelmässig fortgeschrieben. Andere Vereine haben ein Leitbild, das so abstrakt und unverbindlich ist, dass es weder dazu taugt, Orientierung zu geben, noch Fehlentwicklungen zu verhindern. Wieder andere (kleine) Vereine haben ein klares Leitbild, ohne dass es irgendwo auf einem Papier stünde: "Erfolg in der Spitze, Verantwortung in der Jugend und in der Breite, Freude und Harmonie in der Gemeinschaft". In wieder anderen Vereinen konkurrieren mehrere ungeschriebene Leitbilder miteinander und führen zu immer neuen Konflikten: "Alle Mittel für den Aufstieg der ersten Mannschaft". "Alle Mittel für eine verantwortungsvolle Jugendarbeit."
Sie sehen, es lohnt sich ein Leitbild zu haben, das Orientierung gibt und Prioritäten festlegt. Eine wunderbare Möglichkeit, Menschen zum Mitbauen am Gemeinschaftswerk einzuladen ist, sie in die Entwicklung oder in die Überprüfung und Fortschreibung eines Leitbildes einzubinden.
Als Beispiel finden Sie unten das Leitbild des Marbecker FC.
Sie küssten und sie schlugen sich
Ein Verein lebt, wie jede andere Gemeinschaft auch (wie jede Ehe beispielsweise) in aufeinander folgenden Phasen:
In Euphoriephasen von Begeisterung, Zuneigung, Erfolg und Harmonie.
In Stagnationsphasen von schaler Routine, fehlender Motivation und Perspektive. In Chaosphasen von widerstrebenden Zielen, Lagerbildung, innerer Kündigung und gegenseitigen Vorwürfen. Und in Phasen der Verständigung, des Neubeginns und neuerlicher Euphorie.
Dies alles ist normal und kann gar nicht anders sein.
Aus der Stagnation führt selten ein direkter Weg in den Neubeginn, das Chaos, das reinigende Gewitter, die offene Konfrontation sind nicht immer zu vermeiden und da sind dann die "Leitwölfe" mit ihren Moderationsfähigkeiten gefragt.
Um danach aber einen Aufbruch und Neubeginn einzuleiten, hat sich die Methode der Zukunftswerkstätten bewährt, die wiederum eine großartige Möglichkeit bietet, Menschen in den Bau am Gemeinschaftswerk einzubinden (s.u.)
Da ein Verein aber kein homogenes Gebilde ist, finden sich oft unterschiedliche Phasen zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Vereinsgliederungen, in Mannschaften, Abteilungen und auf der Ebene des Gesamtvereins. So gibt ein Verein selten ein völlig desolates aber auch selten ein völlig harmonisches Bild ab.
Zukunft ist machbar: Zukunftswerkstätten
Zukunftswerkstätten sind Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen auf denen sich Menschen gemeinsam die Fragen vorlegen: Wo stehen wir? wo wollen wir hin? Warum? Wie kommen wir dahin?
Der Zukunftsforscher Prof. Dr. Robert Jungk entwickelte 1964 die Methode der Zukunftswerkstätten. Ziel ist, Betroffene zu Beteiligten zu machen, indem die Erfahrungen und die Kreativität der Teilnehmenden produktiv genutzt wird. Zukunftswerkstätten setzten soziale Phantasie frei und machen Mut für eine kreative Zukunftsplanung und -gestaltung.
Alle Teilnehmenden sollen zu Wort kommen. Dazu geht die von einem Moderator begleitete Gruppe systematisch in drei aufeinanderfolgenden Phasen vor:
1. Mit der Kritikphase beginnt die eigentliche Arbeit in der Zukunftswerkstatt. Jeder Teilnehmer äußert seine Kritikpunkte zum Diskussionsthema, und daraufhin werden die Hauptkritikpunkte von der Gruppe herausgefiltert.
2. In der Phantasiephase entwerfen die Gruppenmitglieder mit Unterstützung verschiedener Kreativitätstechniken Visionen zur Zukunft. Dabei wird bewusst vorübergehend die Realität in den Hintergrund gedrängt.
3. In der Verwirklichungsphase führt man die Teilnehmer wieder zurück in die Gegenwart. Es werden Wege zur Umsetzung der Visionen gesucht und konkrete Maßnahmenpläne erstellt.
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